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Eine merkwürdige Epiſode. 39
lachte ſie gleich darauf ſo laut und gewaltſam hinaus, daß Cle⸗ mentine zuſammenfuhr und eines der kleinen Ferkel, welches ſich unter dem Kaffeetiſche beſchäftigte, erſchrocken und grunzend in den Hof hinaus fuhr.
„Nun, kommen Sie endlich zur Welt mit Ihrem dummen Zeug!“ ſagte nach einer Pauſe die gutmüthige dicke Frau.„Was hat's denn gegeben?—— Na, ſo reden Sie einmal frei von der Leber weg!“
„O lieber Gott!“ ſprach nach einer längeren Pauſe ſchüchtern die alte Jungfer.„Neben meinem Schlafzimmer war bis jetzt ein anderes Zimmer, das längere Zeit leer ſtand.“
„Richtig, das grüne mit dem Alkoven.“
„Da hinein zog vor acht Tagen eine Choriſtin des Hof⸗ Theaters.“
„Ganz richtig, ganz richtig! eine ledige Perſon.“
Statt zu antworten, ſchüttelte Clementine verſchämt mit dem Kopfe.
„Es iſt doch eine ledige Perſon,“ fuhr Madame Schoppelmann fort,„was ſoll denn Ihr Kopfſchütteln bedeuten?“
„Sie muß doch wohl nicht ganz ledig ſein,“ ſagte die geängſtigte Jungfrau mit unſicherer Stimme,„denn ich höre zuweilen eine... Männerſtimme ſprechen.“
„Nun ja doch!“ eutgegnete ruhig Madame Schoppelmann; „ſie iſt aber doch ledig. Das wird nur ihr Liebhaber geweſen ſein.“
„Madame Schoppelmann...!“ ſagte Elementine empfindlich und mit gerechter Entrüſtung.
„Ei freilich,“ entgegnete die dicke Frau,„und davon wollen Sie ſo ein Aufheben machen? Das wird Sie doch wohl nicht ſtören?“
„O ja, das ſtört mich ſehr!“ ſagte die alte Jungfer, nachdem
ſie ſich Muth gefaßt, dieſe Worte lauter auszuſprechen;„das ſtört mich recht ſehr, das kann ich nicht ertragen!“


