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Eine ſchöne Tochter iſt ſchwer zu hüten. 33
wir wollen ſie ſchon noch kriegen!“ Damit erhoben ſie ſich von ihren Sitzen, um an ihr Geſchäft zu gehen.
„Haltet mir eure Preiſe feſt und macht mir keine Geſchichten!“ Mit dieſer Mahnung entließ die Oberin des Gemüſemarktes ihre Colleginnen und hob die Börſe auf. 4
Die Weiber verließen die Halle und gingen durch den Hof auf die Straße, nicht ohne unterwegs neugierige und auch wohl neidi⸗ ſche Blicke auf die großen Haufen Gemüſe, auf die zahlreichen Hühner und Enten und auf die fetten Ferkel zu werfen.
Der Fuhrmann hatte unterdeſſen ebenfalls ſein Frühſtück been⸗ det, ſtopfte ſich eine Pfeife und ging in den Hof, nach ſeinen Pfer⸗ den und ſeinem Geſchirr zu ſehen.
Katharina holte aus dem Nebenzimmer einen großen, zierlich geflochtenen Korb, den ſie mit Beihülfe der Mutter mit dem feinſten und ſchönſten Obſt anfüllte; oben hinauf legte ſie ihre Blumen ſträuße; die Mutter gab ihr Verhaltungsbefehle, ermahnte ſie, die beiden Mägde draußen, die vorläufig bei den Gemüſen und Früch⸗ ten waren, wohl im Auge zu behalten und nicht weglaufen zu laſſen. Dann half ſie ihr den ſchweren Korb emporheben; Katha⸗ rina nahm ihn leicht und gewandt auf ihren⸗Kopf, und als ſie ſo dahinſchritt, das ſchöne Mädchen mit der ſchlanken Taille, mit der rechten Hand zierlich den Rand des Korbes haltend, mit der linken ihre Röcke ein klein wenig erhebend, damit ſie auf dem Hofe nicht beſchmutzt würden, ſo hätte man glauben können, ſie thue das alles nur zu ihrem Vergnügen, um ihre kräftigen und doch eleganten Körperformen ſehen zu laſſen, oder ſie ſei aus einem Bilde hervor⸗ gegangen, auf welchem der Maler mit kunſtreicher Hand das Srent eines weiblichen Weſens mit den glühendſten Farben hingezaubert.
Auch die Mutter ſah ihr mit einem Gefühle des Stolzes und der Befriedigung nach, und dann ſchüttelte ſie mit dem Kopfe, wenn ſie an jene Rede ihres Sohnes dachte. Auch fiel ihr jetzt klar und
Hackländers Werke. X. 3


