Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Zweites Kapitel.

gehalten, als am letzten Markttage, und danach richten ſich Obſt und Gemüſe. Was die kleineren Früchte: Erdbeeren, Johannis⸗

beeren, Stachelbeeren anbelangt, ſo beruft man ſich auf die Hagel⸗

wetter der vergangenen Woche, ſowie auf die Faulheit der Bauern⸗ kinder, die gar nichts hereinbrächten. Was die neuen Kartoffeln und die Gemüſe betrifft, ſo vergeßt mir die Kartoffelkrankheit und die Würmer nicht. Es kann nichts ſchaden, wenn ihr in jeden Korb ein paar Schnecken werft, namentlich in den Salat, und ſie den Köchinnen zeigt. Es ſeien dieſes Jahr unzählige, ſagt man, und

ſie freſſen alles Grüne ab, wie es eben aus dem Boden heraus

kommt. Dafür aber ſucht eure Waare ſorgfältig aus, und wenn man euch vorwirft, ihr wäret theurer als am vorigen Markttage und als manche Andere, die nicht zu uns gehört, ſo beruft euch erſtens auf mich und dann auf die Güte eurer Sachen. Aber laßt mich nie erfahren, daß Jemand unter der Hand wohlfeiler verkauft und ſo das ganze Geſchäft ruinirt! Hat jemand die Frau Weber geſehen?

O, das iſt eine verſtockte Frau! ſagte eines der Weiber; denkt nur, als ich hieher ging, rief ſie mir zu: Geht nur zu eurer Frau Schoppelmann und macht dort eure Geſchichten aus, ich thue doch, was ich will, ich verkaufe nach meinen eigenen Preiſen, und weun ich auch darüber zu Grunde gehen ſoll! Ja, geht nur zur Schoppelmann!. 2

Das kann ihr geſchehen! verſetzte dieſe.Hat ſie nicht neulich die verrückte Idee gehabt und einige Haſen zum Verkaufe ausgelegt, kleine, miſerable Dinger, und wollte ſie um ſechsunddreißig Kreuzer

verkaufen! Die meinigen ſchöne, ſchwere waren zu achtund⸗

wierzig angeſetzt; aber ich habe ſie an dem Tage zu vierundzwan⸗ zig gegeben, und Madame Weber hat die ihrigen ſelbſt eſſen können. 8.

Ja, ja! jubelten die Weiber;ſo iſt es ihr ergangen, und

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