26 zweites Kapitel.
Fuhrmann zu bewegen, das, was er wußte, von ſich zu geben. „Es iſt die alte Geſchichte,“ ſagte er achſelzuckend,„die Ihr aber nie glauben wollt, Mutter, ſo oft man Euh auch ſchon davon ge⸗ ſprochen— der Blumenhandel von Katharine.“
„Und was geht dich mein Blumenhandel an?“ verſetzte verächtlich das Mädchen und richtete ſich mit ihrer anſehnlichen Geſtalt ſtolz in die Höhe.„Bekümmere dich um deine Gänſe und Enten!“
„Ja freilich,“ entgegnete lachend der Bruder,„geht mich dein Blumenhandel nichts an; ich bin auch, Gott ſei Dank! keiner von jenen jungen Offizieren zu Fuß und zu Pferd, die das Pflaſter auf dem Markt zu Schanden trampeln, mit Schleppſäbel und Feder⸗ hut, und dann bin ich ja auch nicht die ſchöne Katharine, wie ſie dich heißen. Ha! ha! Und noch viel weniger gäb ich nur einen Groſchen um das beſte Bouquet von dir, und wenn du.. es mir auch ſelbſt an den Rock ſtecken thäteſt.“
„Wem ſtecke ich Blumen an den Rock?“ ſagte heftig und erhitzt das Mädchen;„wem? du Läſtermaul!“
„Nun, nun,“ entgegnete der Bruder,„das thuſt du freilich nicht Vielen, aber wenn ich auch ſo ein—— junger Menſch wäre, mit dem braunen Frack, hohem Hemdkragen und darunter ſo ein violet ſeidenes Tuch, und wenn ich ſo ein blaſſes, liederliches Ge⸗ ſicht hätte, wie gewiſſe Leute mit hinaufgewichstem blondem Schnurrbart, da käme es dir nicht darauf an, mir eine Roſe ins Knopfloch zu ſtecken. He, Jungfer Schoppelmann? he, ſchöne Katharine?“
„Von wem ſpricht denn der Bub' eigentlich?“ ſagte die Mut⸗ ter und ſtieß ihre Tochter mit dem linken Ellbogen an den Arm. „Das ſind auch gewiß nur wieder von ſeinen dummen Phantaſieen! Nicht wahr, Katharine?“
Die Sache mußte doch nicht ſo ganz auf der Phantaſie des Bruders beruhen; denn als er ſo von dem braunen Frack und dem blonden Schnurrbart ſprach, zuckte das Mädchen ganz leiſe zuſam⸗


