Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Bekanntſchaft einer würdigen Mutter. 21

er heute Nacht über Land geweſen war. Jetzt richtete er ſich lang⸗ ſam in die Höhe, ſchob ſeine kleine Ledermütze auf das rechte Ohr und ſagte:Da iſt nichts zu machen, die Anderen verderben uns alle Preiſe. Ich hätte Euch die Artiſchoken gern mitgebracht und auch beſſere Melonen; aber ein ſolches Sündengeld dafür hinlegen, das habe ich nicht über's Herz bringen können.

Und wer hat ſie dir denn wieder vor der Naſe weggekauft? fragte barſch die Mutter.

Nun, wer denn ſonſt, als unſer Nachbar, der alte Sünder! Kam mir ſchon hohnlachend aus der Gärtnerei entgegen und unterſtand ſich, mir zu ſagen, wenn ich Artiſchoken oder Melonen wolle, könne ich ſie von ihm kaufen. Das Vieh! Aber der lauft mir noch einmal des Nachts in den Weg. Wenn ich nur alles andere ſo genau wüßte! Mit dieſen Worten ſchlug der Fuhrmann ingrimmig auf den Tiſch, und dann ſpie er vor ſich nieder auf die Erde.

Die Mutter ſchien ihren Zorn über den verfehlten Melonen⸗ und Artiſchokenkauf an ihren Kaffeebohnen auslaſſen zu wollen, denn ſie drehte darauf los, daß die armen, halbzerquetſchten Bohnen die verzweifeltſten Verſuche machten, der Kaffeemühle zu entſpringen.

Und du haſt deinen Bruder nachher nicht mehr geſehen? fragte die Frau.Weißt du nicht, ob er auf das Schloß Wolfs⸗ berg gegangen iſt? Ich habe es ihm wenigſtens ſo anbefohlen; man läßt dort die großen Teiche ab, und ich brauche für die näch⸗ ſten Tage ſo viele Karpfen und Aale, als ich bekommen kann!

Ich glaube, er ging dorthin, erwiederte der Fuhrmann. Auch wollte er ſich nebenbei nach Feldhühnern umſehen. Dabei lächelte er verſchmitzt in ſich hinein.

Was das Umſehen anbelangt, nahm die Mutter ſehr ernſt das Wort,ſo hoffe ich nicht, daß er ſich in den Feldern umſieht. Hat gewiß wieder ein Gewehr bei ſich verſteckt! Ich will's ihm