Teil eines Werkes 
10. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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emeene

Bekanntſchaft einer würdigen Mutter. 19

aufgeſpeist, gedroht, ſie wolle es mit ihm nächſtens gerade ſo machen. Selbſt die Polizei vertiefte ſich nicht gern in dieſe Räume; und wir glauben, des Abends, wenn das große Hofthor geſchloſſen war, hätte es kein Polizeibeamter gewagt, daſſelbe ohne den Willen der Beſitzerin öffnen zu laſſen..

Und doch ſah die Polizei ſich häufig veranlaßt, mit dieſer Frau oder vielmehr ihren Söhnen in intime Unterhandlungen zu treten. Dieſen Söhnen es waren deren zwei ſagte man überhaupt nicht viel Gutes nach. Es waren wilde, rohe Burſche, jähzornig und raufluſtig, in allen Wirthshäuſern bekannt, in allen gefürchtet und gemieden. Der Eine war ſeines Zeichens ein Fuhr⸗ mann, der Andere ein Händler, und Beide trieben ſich in den be⸗ nachbarten Dörfern und Städtchen umher, und was der Eine für das Geſchäft der Mutter erhandelte, das führte der Andere nach Hauſe. Von dem Händler ſagte man obendrein noch, daß die

wenigſten der Haſen und Rehe, welche Madame Schoppelmann feil

bot, von ihm erkauft worden wären, vielmehr hielte er es für eine ſehr geſunde Bewegung, mit ſeiner leichten Büchſe in den herrſchaft⸗ lichen Wälderu umher zu ſpazieren und ſich dabei zu einem guten Schuß und einigen Gulden zu verhelfen. Denn in ſolchen Fällen verkaufte er das geſchoſſene Wild an die Mutter, und wir müſſen es zur Ehre dieſer Frau ſagen, daß ſie ſelten, und auch dann nur zu einem unklaren Begriff über das wilde, liederliche Treiben ihrer Söhne kam. Dabei aber hatten dieſe beiden Burſche eine gewaltige Scheu vor ihrer Mutter, und wenn ſie nach Hauſe zurückkehrten, waren ſie wie umgewechſelt und betrugen ſich ſo ſtill und manierlich wie möglich. Madame Schoppelmann handhabte aber auch das Re⸗ giment in ihrem Hauſe mit einer eiſernen Strenge und ließ ihren Söhnen in fraglichen Fällen dieſelbe Behandlung wie ihren Haus⸗ thieren angedeihen, das heißt, ſie ſchlug ſie, ohne ſich weiter dabei zu ereifern und ohne Anſehen der Perſon, mit dem Stück Holz