Erſtes Kapitel.
des Bodens und diente hier zum Aufenthalt einer ganzen Schaar kleiner und großer Enten und Gänſe, die watſchelnd und ſchreiend den weiten Hof zu einem harmloſen Spielplatz erwählt zu haben ſchienen. Daneben befand ſich eine große Schaar Hühner, die ſich von dem gemeinen, naſſen und beſchmutzten Geſchlechte der ebenge⸗ nannten Waſſervögel ziemlich fern hielt und auf einem großen Miſt⸗ haufen ſtolz für ſich allein blieb. Der Hahn mit hochrothem Kamme und goldgelbem Gefieder ſchien beſonders darauf zu halten, daß die Hühner ſtreng auf Rang und Stand. ſahen und ſich mit jenen nicht gemein maͤchten, denn er umkreiste ſtolz den Miſthaufen, und wenn eine der jungen Enten oder Gänſe ſich zu nähern wagte, ſo ſtreckte er ſich lang empor, ſträubte zornig ſeine Federn und ließ ein maje⸗ ſtätiſches Krähen vernehmen. Kleine Ferkel und junge und alte Hunde, die ſich ebenfalls hier herumtrieben, ſchienen eine vermit⸗ telnde Rolle zwiſchen Enten und Hühnern ſpielen zu wollen: denn bald ſchnupperten ſie in der Kothlache bei den Waſſervögeln umher, bald wälzten ſie ſich in kleinen ſchmutzigen Pfützen, welche den Miſthaufen begrenzten..
Auf der einen Seite des Hofes ſtand ein großer Karren, ähn⸗ lich denjenigen, welche heute Nacht in langen Reihen und ſchwer beladen in die Stadt fuhren. Ein blaues Tuch war darüber ge⸗ ſpannt, und wo daſſelbe hinten zurückgeſchlagen war, bemerkte man, daß auf dem Wagen nur noch einige Ueberreſte von Gemüſe zurück⸗ geblieben waren. Die Hauptladung dagegen. hatte man ſorgſam auf den Boden niedergelegt, und beſtand dieſelbe aus einem gewaltigen Haufen von Kohlköpfen, uißſen weißen Rüben, neben welchen ſich große Körbe mit Erbſen und Bohnen befanden.
Aus dieſem Hofe führte eine breite Treppe in die hinteren Wohnungen und zuerſt in ein Veſtibül, hoch gewölbt, welches nicht
übermäßig erhellt wurde durch dieſen Eingang ſelbſt, ſowie durch ein halbrundes vergittertes Fenſter. Dieſe Vorhalle bildete eine würdige Fortſetzung des Hofes; Geflügel und andere Thiere liefen


