Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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Wieſer, der ſein Kaufgewölb in der Berggaſſe aufge⸗ than hatte und ganz zuletztGraf Thurn, der am Arm des Rittmeiſters eingetreten war.

Als die ganze Geſellſchaft verſammelt war, langte noch der würdige DomherrPlatteis an.

Platteis war einer jener würdigen Gottesdiener, wie ſie die Religion der Liebe, das Evangelium reiner Menſchlichkeit und erhabener Tugenden vor Anderen heiſcht, er wich nicht ein Haar breit von den Satzun⸗ gen ſeiner Kirche, er vertheidigte die päpſtliche Infalli⸗ bilität, die Ausſchlieſſenheit des Katholicismus, aber im Leben und Wirken gab es keinen ſanftmüthigeren Freund, keinen hülfreicheren Tröſter, keinen liebenderen Bruder als ihn und als die große blutige Kataſtrophe hereinbrach, lag er vor den Mächtigen ſeines Standes ſo lange auf den Knieen bis er die paar Menſchenleben erbettelte, ein paar Proteſtantenleben, an denen doch gar nichts lag, das Leben von ein paar Staatsbürgern, die ſich weigerten ſelbſt gegen Erlaß der Todesſtrafe ih⸗ rer religiöſen Ueberzeugung ungetreu zu werden.

Der ſeltſame Prieſter erwirkte ihnen Gnade und was das Merkwürdigſte war, ohne die Bedingung eines Verrathes oder Uebrtrittes daran zu knüpfen.

Dieſer Domherr Platteis war ein ziemlich kleiner, runder Mann, dem man keiuerlei aſcetiſche Strenge ab⸗

Die Paſſauer in Prag II.