Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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ich amKaiſer ſchild verwichenen Freitag einen feiſten Gemsbock, in der hinternRadmar aber vier Böcke erlegt habe, der Tanhanſen deſſen ſchwaches

Geſicht Euch bekannt iſt, tödtete aus Unachtſamkeit

zwei Thiere und wurde darüber ausgelacht, der Jäger

Stielfried aber Ihr entſinnt Euch wohl noch des

grauköpfigen alten Mannes wurde mit einer Tracht

Prügel regalirt, da er als gelernter Schütze einen ähn⸗

lichen Verſtoß beging.

Weßhalb gab dieſes einfache Schreiben dem Erz⸗ herzog ſo viel zu denken? Weil er zwiſchen den Zeilen zu leſen verſtand. Leopold errieth, daß nicht bloß der König und ſein Kabinetsdirektor Khlesl, ſondern daß Ferdi⸗ nand ſelbſt und noch mehr als die beiden Erſteren erzürnt war. Der Zorn Mathias war nicht ſo groß, denn das Ungeſtüm Leopold's und die Unentſchloſſenheit Rudolf's boten ihm ja die ſchönſte Gelegenheit die letzte Krone vom Haupte ſeines Bruders zu reißen, aber Ferdinand war um ſo tiefer gekränkt, da er wohl wußte, daß Leo⸗ pold daran arbeitete ſich mit Uebergehung ſeines älteren Bruders die Nachfolge im Reiche zu ſichern. Der wahre Gedanke des Briefes, welchen Leopold richtig herauslas, mochte ſo lauten:

Ich, Ferdinand, der Senior unſerer Branche, werde es nicht dulden, daß Du Dir hinter meinem Rü⸗