Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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großen Staatsfragen, welche ſich im Rathe des unglück ſeligſten Monarchen in bunter Menge kreuzten, völlig in den Hintergrund.

Auf dem Tiſche des Erzherzogs lag ein offener Brief, welcher ihm vor wenigen Minuten durch einen reitenden Boten zugekommen war. Dieſer Brief gab Anſtoß zu den mannigfachen Betrachtungen, denen ſich Se. Durchlaucht hingab und zu den zahlreichen Flüchen die ſie ausſtieß.

Werfen wir einen Blick in das Schreiben. Styl und Schriftzüge ſind uns wohl bekannt, die Hand, welchen dieſen Brief abfaßte, ſollte noch viele, viele To desurtheile unterzeichnen, viel und ſchweres Unglück be⸗ ſiegeln und ein Jahrzehent ſpäter aber den Majeſtäts⸗ brief Rudolf II. mit der Scheere lakoniſch entzwei ſchneiden, der Schreiber des Briefes hieß Ferdinand

und war der Bruder Leopold's von Paſſau.

Das Schreiben lautete ungefähr ſo:

Euer Liebden!

Ich habe zu meinem größten brüderlichen Schmerz hören müſſen, wie Ihr gegen das Intereſſe des geſamm⸗ ten Erzhauſes, vorzüg lich aber Sr. Majeſtät des Kö⸗ nigs von Ungarn, unſeres durchlauchtigſten Vetters, das

Paſſauer Kriegsweſen in die Hand genommen und, na ch⸗ dem Oberöſterreich weit und breit verwüſtet worden, a uf