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So war die Stimmung in Prag als Leopold miß⸗ vergnügt in dem großen Saale des ehemaligen Bürger⸗ meiſters„Henkel“ auf und abſchritt, ſeinen Schnurbart drehte und von Zeit zu Zeit einen noch viel ungeiſtli⸗ cheren Fluch ausſtieß. Bisher war ihm Alles mißlun⸗ gen, Alles ſchief gegangen, ja der Kaiſer, der einzige Rückhalt auf den ſich der Erzbiſchof ſtützen konnte, war ſeit der, ſeinem Kammerdiener von Ramée zugefügten, Beleidigung zuſehends kälter geworden. Vergeblich hatte der Erzherzog dem Kaiſer das Gefährliche der ganzen Lage auseinandergeſetzt, er konnte von dem Mo⸗ narchen weder die Erlaubniß zum Abzuge noch den Be⸗ fehl zum Angriff, weder den rückſtändigen Sold für die Truppen noch auch eine beſtimmte Zuſage der Bezah⸗ lung erlangen. Die Räthe des Kaiſers hatten augen⸗ ſcheinlich den Kopf verloren und Nudolf ſelbſt wollte aus ſeinem chemiſchen Laboratorium, in das er ſich mit ſeinem Leib⸗ und Hofalchimiſten Signor Anſelmo einge⸗ ſchloſſen hatte, gar nicht wieder herausgehen.
Ddie Bereitung der Goldtinktur, zu welcher eben
jetzt die ſchönſten Hoffnungen vorhanden waren, drängte
alle übrigen Angelegenheiten des Reiches, das Paſ⸗
ſauer Kriegsvolk, den Erzherzog, den Plan zur Einzie⸗
hung des Majeſtätsbriefes, den Entwurf dem Mathias
Oeſterreich und Ungarn wieder zu entreißen, kurz alle 4 1*


