In der That erwartete man den Obriſt jenſeits mit banger Ungeduld. Man wußte auf der Kleinſeite bereits, daß die Altſtädter die Uebergabe verweigert hatten, und erwartete nur mehr einen Glücksfall von Ramée's Sendung.
Als der Erzherzog, welcher von ſeinen Räthen und vornehmſten Hauptleuten umgeben, am Ufer hielt, wo er eine Batterie errichten ließ, des Obriſten anſichtig wurde, der den kaiſerlichen Kammerdiener und das Dienſtmädchen im Gefolge hatte, brach er in ein ſpötti⸗ ſches Gelächter aus, das aber bald einer ernſteren Stim⸗ mung Platz machte, als er bemerkte, daß die beiden Leute von dem Obriſten wie Gefangene behandelt wur⸗ den. Was er ſich ſelbſt gegen ſeines Vetters Liebling erlaubte, das ſah er wohl ein, durfte ſich kein Unterthan, und wenn es der erſte Edelmann Böhmens wäre, ge⸗ ſtatten. Der Haß, welcher ſich in den Geſichtszügen des Kammerdieners abſpiegelte, überzeugte ihn auch ſo⸗ gleich, daß hier ein großer Mißgriff begangen wor⸗ den ſei. 3
Als ihm daher der Obriſt den Kammerdiener als einen Ueberläufer und Verſchwörer darſtellte, und Luſt zeigte, ihn an Ort und Stelle aufzuknüpfen, da runzelte Leopold ſeine Stirne mehr denn je, und ſagte zu ſich ſelbſt:


