Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

n-

211

Kahn, welcher hinter einem Weidengebüſche verborgen gelegen war.

Zwei militäriſch ausſehende und wohlbewaffnete Männer lenkten das Fahrzeug und legten unmittelbar an der Stelle an, wo ſich die handelnden Perſonen die⸗ ſer Scene befanden.

Zum Schreck und Erſtaunen des Kammerdieners wurde der Bettler als Obriſt bewillkommt.

Ramée trieb den furchtſamen Lang, ſeinen Rü⸗ cken mit dem Degengriff tüchtig bearbeitend, in den Kahn und ſtieß ihm auch das Mädchen in das Fahr⸗ zeug nach.

Endlich ſprang er ſelbſt in das Schiff, ſo daß der Kahn in Gefahr gerieth umzuſtürzen und lachte höh⸗ niſch, als er das Wehgeſchrei der unfreiwilligen Deck⸗ gäſte vernahm.

Hätte er den tückiſchen Blick bemerkt, welchen Lang nach ihm ſchoß, vielleicht hätte er gedacht, daß es Menſchen gibt, die man entweder nicht beleidigen oder vollends tödten muß, wenn man ſich nicht ſchlimmen Folgen ausſetzen will.

Der Obriſt, der ſeines Bettleraufzuges müde war, nahm ſich nicht die Zeit zu phyſiognomiſchen Beobach⸗ tungen und empfahl den Schiffleuten nur raſch an das

rechte Moldauufer hinüber zu rudern. 14*