57
melancholiſchen Mondes nicht geeignet, mein Beſitzthum mit ſeinen Pforten und Pförtchen zur Anerkennung zu verhelfen. Kommen Sie.“
Die Baronin durchmuſterte an der Lady Armen jedes Plätzchen. Als ſie an die Stelle kamen, wo Pierre ſeine Liebe erklärt hatte, zitterte die Baronin.
Die Lady ſchien es nicht bemerken zu wollen.
„Es iſt eine eigenthümliche Erſcheinung, meine liebe Freundin, und nicht wohl zu erklären, daß man einzelnen Partien ſeiner Beſitzung den Vorzug giebt, wäh⸗ rend man andere ſogar haßt: ſo geht es mir mit dieſer Stelle; an ſich kann man nichts Einladenderes finden; es iſt ein beſchauliches Plätzchen. Der Menſch bleibt ein Räthſel. Mein Lieblingsaufenthalt iſt dort.
Die Baronin ſah auf, froh, daß das Geſpräch auf einen anderen Gegenſtand ſich lenkte.
„Sehen Sie die Einſiedelei am Anfange des Wein⸗ berges!“ fragte die Lady.
„Ach wie ſchön!“ rief die Baronin aus,„ſchon von Kindheit an ſind mir dieſe Stillleben ſo unendlich lieb geweſen. Ganz ſo, wie die Seele des Kindes ein ſolches Haus ſich dachte, ſteht die Eremitage dort, ja dieſe Einſiedelei würde auch mein Liebling ſein.“
„Bedenken Sie,“ ſagte die Lady, als ſie den gewundenen Gang nach der Höhe hinaufgingen,„daß


