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„Was er immer thut, mein geliebter Vetter— nichts, abſolut nichts. Es wird dann nur von Euch abhan⸗ gen, den unumſchränkten Herrn zu ſpielen.— Es iſt gar nicht nothwendig, daß mein Bruder vom Thron herabſteige, um Euch zum Regenten zu machen; wenn Ihr Euch mit der Sache ſelbſt begnügt und nicht nach dem Titel verlangt, ſo bedarf es wirklich keines Bür⸗ gerkrieges. Mein Bruder wird Euch in Nichts hindern, wenn Ihr ihn nur geſchickt in der Meinung zu erhal⸗ ten wiſſet, daß er ſelbſt Alles thue und wirke und Ihr nur das gefügige Werkzeug ſeiner ſtaatsklugen Pläne ſeiet.“
„Ihr meint, daß er einer ſolchen Täuſchung fä⸗ hig ſei?“
„Wie Ihr nur ſo fragen könnt! War der junge Mathias nicht die armſelige Puppe des klugen Prinzen von Oranien und iſt der alte Mathias nicht ſo eben den Händen des Cardinals Khleſl entſchlüpft?“
„Ihr habt recht, aber was wird die Kaiſerin dazu ſagen?“
„Die Kaiſerin, das iſt etwas Anderes, die Kai⸗ ſerin wird Himmel und Erde gegen uns aufbieten, die Kaiſerin wird ſich in der Rolle, welche wir ihrem kai⸗ ſerlichen Herrn und Gemahl zudenken, beleidigt fühlen; die Kaiſerin wird ihre Hand ſogar der Kabale leihen, die Kaiſerin wird mit einem Wort die einzige achtbare Gegnerin ſein.“
Haas: Der alte Cardinal. III. 14


