Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
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In der That hatte man die drei heiligen Statuen mit einem großen Aufwand von rother Farbe bemalt; von der Seitenwunde Chriſti zog ſich ein breiter Blut⸗ ſtreif nach allen Richtungen, die Hände und Füße unſers Herrn hatten das Ausſehen, als ob ſie mit Ziegelmehl beſtäubt worden wären, und ſelbſt die Schweißtropfen an der Stirne des Heilandes waren durch eine Unzahl von rothen ekzemartigen Pünktchen angedeutet; der Körper des heiligen Stephans bot ein einziges großes Wun⸗ denmal dar und die Statue des martyriſirten Lauren⸗ tius erglänzte in grellem Roth.

Rings um die Kirche ſtanden dicht gedrängte Rei⸗ hen Volkes, die Fenſter der den Stephansplatz begrän⸗ zenden Häuſer waren vollgepfropft von Schauluſtigen, ja ſelbſt aus den Dachluken beugten ſich zahlreiche Köpfe vor, um zu ſehen, was tief unten am Platze vorging.

Mehrere untrügliche Anzeichen verkündigten den baldigen Beginn der kirchlichen Feier. Für die in der Kirche Befindlichen war es das Erſcheinen von ein Paar hageren in ſchwarze Habite gekleideten Männern, welche pikenartige Inſtrumente in den Händen trugen. Der Unkundige konnte über den Beruf dieſer traurig ausſe⸗ henden Männer einen Augenblick zweifelhaft ſein und ſie für Todtengräber oder Siechenknechte des Lazarethes halten, ihr Thun und Treiben hätte ihn übrigens ſchnell