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Räuchergefäßen fort waren, die Novizen die Kirche verlaſſen und die Domherren den Ort ihrer Beſtimmung erreicht hatten, trat vollkommene Stille ein, die nur durch das Gemurmel der Betenden, die ausgeſtoßenen Seufzer beſonders andächtiger Frauen und den Stickhuſten einiger alter Mütterchen unterbrochen wurde.
Außerhalb des„Rieſenthors,“ welches den weſtlichen Eingang der Kirche bildet, war eine Ehrenpforte errich⸗ tet, welche mit religiöſen Schildereien verziert war. Unter dem bekränzten Kreuz, zu deſſen rechter Seite der heilige „Laurenz“ ſtand, während ſich links die Statue des erſten chriſtlichen Blutzeugen„Stephan“ erhob, zu den Füßen des gekreuzigten Heilandes war eine lateiniſche Inſchrift in Verſen angebracht, um welche ſich die Menge ſprach⸗ unkundig, wie ſie war, nicht im Mindeſten kümmerte und dennoch war gerade dieſe Inſchrift charakteriſtiſch, ſo cha⸗ rakteriſtiſch, daß wir die deutſche Paraphraſe des lateini⸗ ſchen Textes hieher ſetzen wollen, ſie lautet:
„In Purpur ſeht Ihr Chriſt am Kreuz, im Purpur auch Laurenzen, „In heil'gen Blutes Purpurroth des Heilands Zengen glänzen; „In Purpurroth die Sonne ſtrahlt, in Purpur Gottes Saal, „In Purpurroth ſich herrlich malt des Reiches Cardinal; „In Purpur flammet Erd' und Meer, in Purpur glüh'n die Lüfte, „In Purpur ſchwimmt der Flammenherd, die Wlämneman voll üfte, „Iſt aber Purpur noch ſo ſchön, iſt ſchöner doch der Fluß „Von Purpur um das Haupt des Cardinal's Kleſelius,“ 1*


