Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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angebliche Unmöglichkeit Geld aufzubringen. Hat Se. Maje⸗ ſtät, was traurig genug iſt, kaum das Hinreichende, um ſeine Tafel zu beſetzen, ſo haben andere Leute mehr als genug, ja ſie haben zu viel, jedenfalls zu viel für die Sicherheit des kaiſerlichen Haufes.

Wozu brauchen einfache Edelleute Hochzeiten und Taufgelage zu veranſtalten, wie ſie ein ſouveräner Fürſt nicht glänzender begehen könnte? Sie kommen ja bei Gott mit zweihundert und mehr Pferden zuſammen, banket⸗ tiren Tag und Nacht und trinken ſich ſo voll, daß die Häu⸗ ſer einſtürzen, ohne daß ſie es merken; ſind nicht bei des Herrn von Streie Vermählung ſechs und achtzig Perſonen durchgebrochen und in's Erdgeſchoß hinabgeſunken, ohne daß es Jemand bemerkte? Iſt etwa der Völlendörfer durch das Krachen der Balken aus ſeinem Schlaf erwacht? oder iſt es vielleicht auf das Kölnpökiſchen Hochzeit be⸗ ſcheidener zugegangen. 3

Die Gäſte kamen gar mit dreihundert ſiebenzig Pferden daher gefahren und geritten und ließen ſich von zwei hundert Bedienten aufwarten.

Wenn einfache Edelleute eigene Silberkämmerer haben, wie die Kölnpöck und Siegendorf, ſoll auch dem Kaiſer noch Silber genug übrig bleiben, oder er muß es eben dort ſuchen, wo es ſich findet.

Wer hat allen Reichthum, als die Proteſtanten, und Se. Majeſtät hat das Nachſehen. Mit dem Geld eines einzigen ſolchen Edelmann's hätte man ein ganzes Regi⸗