nand im Beſitz eines außergewöhnlich ſcharfen Gedächt⸗ niſſes iſt und ſich derjenigen ſtets erinnern wird, die ihn durch Verſagung alles Beiſtandes zu dem geprieſenen Frieden nöthigten.“
Trotz der Ruhe, mit welcher Eggenberg ſeine Anſicht mittheilte, überlief den Vicekanzler ein kalter Schauer, wenn er an das vortreffliche Gedächtniß König Ferdinands dachte. Er räuſperte ſich verlegen und ſagte endlich: „Die anweſenden Herren Räthe werden mir bezeugen, daß ich ſtets ganz wie Se. Eminenz der Herr Cardinal für die nachhaltigſte Unterſtützung des Erzherzogs meine Stim⸗ me erhob.“— Die angerufenen Zeugen nickten mit zwei⸗ deutigem Lächeln— und der Vicekanzler fuhr durch dieſe Zeugenſchaft gekräftigt mit mehr Eifer fort:„Der Cardinal hätte gerne die ganze öſterreichiſche Kriegsmacht gegen den Feind dirigirt, wenn das Geld zugereicht hätte, daß aber dieſer Nervus rerum agendarum wirklich fehlte, kann Niemand beſſer bezeugen, als Herr von Breu⸗ ner, deſſen Sache die Herbeiſchaffung des Geldes iſt.“
Aller Augen waren auf den Hofkammerpräſidenten gerichtet; dieſer zuckte die Achſel und erwiderte etwas mür⸗ riſch, indem er noch zuvor einen Becher Wein hinunter ſchüttete:„Es iſt leider nur zu wahr, daß wir ſchon lange kein Bargeld in der Caſſe haben; es iſt ferner eben ſo wahr, daß bereits einige Zölle und Salinen verpfändet wurde, was ich aber dennoch für eine Lüge halte, iſt die
13*


