I. Capitel.
Schloß„Winkel“ und ſeine Bewohner, ein Hyll.
Es giebt nicht leicht ein ſchöneres Land in Europa, als das Land Tyrol. Himmelhohe mit ewigem Eis ge⸗ panzerte Berge und liebliche ſammetweiche Matten, kry⸗ ſtallhelle Waldbäche und dunkle Forſte, alte ſagenverklärte Burgen und wunderthätige Capellen und Kirchen, rei⸗ zende Dörfer, mittelalterlich gebaute, gewerbfleißige Städte, einſam verlorene Weiler und am Fuß der Gletſcher hinge⸗ baute Alpenhütten, zu welchen nur ein ſchwindelnder Steig führt, wechſeln mit einander ab, und verleihen der Land⸗ ſchaft eine Mannigfaltigkeit, wie ſie ſich auf ſo kleinem Raum ſonſt nirgends findet.
Ein herrlicher Menſchenſchlag, noch heute durch be⸗ ſondere Tracht ausgezeichnet, bewohnt dieſes Land. Die Männer ſind urkräftige Geſtalten, die Weiber, vielleicht


