Patrimonal⸗Gerichtsbarkeit reicht, ein für allemal von dem gefähr⸗ lichen Gaſt zu ſäubern.
Er war eben im Begriff, nach dem Juſtizbeamten zu ſenden und dieſen zu ſich beſcheiden zu laſſen, als die Ankunft eines Wagens vor der Avenue des Schloſſes ihn dieſen Entſchluß wieder aufſchieben ließ. Er erkannte die Chaiſe der Gräfin, eilte hinunter, um ſeine ſchöne Freundin zu begrüßen und ſie unverzüglich von der ganzen Lage der Dinge zu unterrichten. Aber ſchon war Frau von Schim⸗ melmann mit ihren beiden Töchtern dem vielwillkommenen Gaſte ent⸗ gegengeeilt und gleich nachher erſchien auch Charlotte, ſo daß der Geheimerath ſehr gegen ſeinen Wunſch ſich entſchließen mußte, das, was ihm ſo nah am Herzen lag, hinauszuſchieben und ſeine innere Sorge unter den Formen des gaſtlichen Wirthes zu verbergen.
Charlotten machte die unerwartete Erſcheinung der Gräfin im Schloſſe zu Wandsbeck faſt noch beſtürzter, als vorhin der Empfang von Sylburg's Briefe. Sie war auf das Eine ebenſowenig vorbe⸗ reitet geweſen, als auf das Andere, und der Anblick der ſchönen Frau, die ihr Sylburg einſt auf ſo gehäſſige Weiſe geſchildert hatte, rief ihr alle jene traurigen Erinnerungen zurück, die ſich für ſie an jene Zeit und an ſeinen Namen knüpften. Sie kam gänzlich aus der Faſſung, da Frau von Schimmelmann ſie der Gräfin vorſtellte, dieſe ihre Hand ergriff und in einem Tone, der ihre innere Bewegung verrieth, zu ihr ſagte:
Ah, Mademoiſelle Ackermann, wie freue ich mich, Sie hier zu finden im Kreiſe von Menſchen, auf deren Liebe wir Beide denſelben gemeinſamen Anſpruch haben! Laſſen Sie das immerhin eine gute Vorbedeutung für mich ſein, daß auch wir uns bald recht nahe ſtehen werden, ſo nahe,— fügte ſie zögernd und mit einem beſondern Nach⸗ druck hinzu,— als es eben des Schickſals Wille zu ſein ſcheint!
Charlotte ward durch dieſe herzliche Anſprache und die ihr ſo⸗ gleich deutliche Anſpielung auf das frühere Verhältniß der Gräfin zu dem Major ſo tief ergriffen, daß ſie ihre Thränen nicht zurückzuhalten
vermochte, und ſich, unvermögend ein Wort zu ſprechen, mit ſtürmi⸗
ſchem Gefühl an Ulrikens Bruſt warf. So iſt's recht, Charlotte, hier ſollen Sie immer Schutz und Troſt ſuchen, flüſterte ihr dieſe in's Ohr und umarmte ſie zärtlich,
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