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frage ich ſämmtliche Herren Thespiskarrenſchieber: Wer folgt mir zur „Obergeſellſchaft“ in die Pelzerſtraße? Eckhof iſt ſchon nach dem vierten Akt wie toll von der Bühne fortgerannt, um ſeinen Verdruß darüber, daß er mir die Rolle des Grafen abgetreten hat, im Wein⸗ glas zu verſenken. Kommt, Schröder, Brockmann, Lambrecht und ihr andern Unſterblichen mit und ohne Spielhonorar, als engliſche Peers haben wir unſere Rollen ausgeſpielt, als deutſche Komödianten wollen wir trinken, nach dem Ausſpruch des Muſarion:„Ein weiſer Mann zeigt ſeine Theorie im Leben.“
Na, wenn dat nur nich noch duller kummt, ſagte Dorothea lachend und ſchlug im Abgehen nach dem Ankleidezimmer dem über⸗
müthigen Kunſtgenoſſen mit dem Fächer auf die Wange.
5.
Der Gaſthof, genannt„zur Obergeſellſchaft,“ war zu jener Zeit der gewöhnliche Zuſammenkunftsort aller Kunſtnotabilitäten Hamburgs, und der lange ſchmale Saal des Erdgeſchoſſes, der zur Weinſtube diente, faßte oft kaum die Zahl der Gäſte, fremde wie einheimiſche, welche ebenſowohl der Ruf ſeines Hauſes, wie der ſeiner Stamm⸗ gäſte herbeizog. Die Schauſpieler und deren Freunde nahmen ge⸗ wöhnlich die hinterſte der blankgebohnten eichenen Tafeln ein und man geſtand es ihnen von Seiten des Wirthes und der übrigen Gäſte gerne zu, daß ſie dieſe Tafel vorzugsweiſe beſetzten, zumal ihre An⸗ weſenheit Vieles zur Erhöhung der allgemeinen Munterkeit beitrug.
Am heutigen Abend war die Weinſtube ausnahmsweiſe leer von Gäſten, denn Thalia wollte dem Prieſter des Bacchus nicht lächeln; nur einige Offiziere der Altonaer Beſatzung zechten an dem vorderen Tiſche aus gewaltigen Deckelkrügen und embraſſirten dazwiſchen die ſchöne blonde Kellnerin aus den Vierlanden, die gegen ihre Scherze und Dreiſtigkeiten nicht ganz unempfindlich ſchien. Der kleine dicke Wirth, Herr Anſelmus Klefeker, der echte Prototyp eines in guter Nahrung ſtehenden Hamburger Weinſchenks, ging, das ſchwarze Leder⸗ mützchen auf das linke Ohr geſchoben und beide Hände in die Taſchen
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