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tonangebenden Theaterfreunde ſaßen, meiſt Schriftſteller, Schöngeiſter und Kenner der Bühne, erhob ſich ein kleiner Herr und rief mit lauter, durch das ganze Haus ſchallender Stimme:
„Unſerer Rutland der Lorbeer— dem rettenden Engel am Ku⸗ gelsort aber des Himmels Segen,— der Menſchen Liebe und Ver⸗ ehrung. Es lebe die Grazie der reinſten Menſchenliebe— Charlotte Ackermann lebe hoch!“
Der dies ſagte, war kein Anderer, als der in ganz Hamburg durch ſeinen Geiſt und Witz bekannte Schriftſteller und Volksdichter, Doctor Dreyer, derſelbe, von dem wir bereits gehört haben, daß er keineswegs zu den Freunden der Ackermann'ſchen Entrepriſe zählte. Aber um ſo größer war der Eindruck ſeiner Worte und wie ein elektriſcher Schlag durchzuckte es das ganze Publikum. Es war nicht mehr der gewohnte Applaus, der der Künſtlerin galt; alle Damen in den Logen erhoben ſich von ihren Sitzen und ſchwenkten grüßend die Tücher, Hunderte von Armen breiteten ſich wie zum Segen nach ihr aus, ein Blumenregen überſchüttete zu gleicher Zeit die betäubte, durch dieſe unerwartete Ovation aus der Faſſung gebrachte Charlotte, welche am ganzen Körper zitternd beide Hände vor das Geſicht drückte; jetzt fiel auf ein Zeichen Schröder’'s der Vorhang, er ſelber ſtürzte erſchüt⸗ tert auf die Schweſter zu, drückte ſie mit Innigkeit an ſein Herz und rief:
Sprich, was ich thun ſoll, Charlotte, daß Du mir verzeihſt?
Da legte ſie das Haupt ſanft an ſeine Schulter, ſah ihn mit einem Blick innigſter Rührung an und ſagte mit dem ganzen Liebreiz ihrer freundlichen Herzensgüte:
Du ſollſt mich niemals wieder für ſchlimmer halten, als du vor deinem eigenen edlen Herzen verantworten kannſt; das iſt Alles, was ich verlange.
Genug der Rührung! rief der ſtets aller fröhlichen Laune volle Reinike, welcher den Southampton mit vielem Glück geſpielt hatte. Dir, Freund Eſſex und deiner Großmuth, ſagte er zu Brockmann gewandt, dank' ich in dem heutigen Stücke das Leben; Ihnen aber, Charlotte, dank' ich, daß ich von heute an weiß, was wahre einzige Kunſtgröße iſt. Aber ein ſo unvergeßlicher Abend darf nicht wie jeder andere Schabbes ſchließlich in der Schlafmütze untergehen; darum
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