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ein neuer Triumph für ſie; mit dem Enthuſiasmus der Zuſchauer wuchs ihre eigene Begeiſterung und ſie entwickelte an dieſem Abend die ganze Kraft ihrer genialen Künſtlernatur: das liebende Weib voll Schwärmerei und Innigkeit; das glückliche Weib im jauchzenden Ge⸗ fühl ſeines unendlichen Beſitzes; das heroiſche im Augenblick der Gefahr; das leidende, verzweifelnde Weib— wer ſah je eine ſolche Rutland wieder! Nichts glich dem Eindruck in der Wahnſinnsſcene, als ſie mit erſtorbener Stimme, wobei ſie die Arme ſchlaff herunter⸗ hängen ließ, und ſtarr, als betrachte ſie das Grab all ihrer Liebe und Jugend, vor ſich hinſchaute, die Worte aushauchte:„Thränen kommen aus dem Herzen und meines iſt todt!“ Das war ein Klang
ſo tiefer Rührung, ſo unendlichen Seelenleids, daß kein Auge trocken blieb und man im ganzen weiten Hauſe nur noch Schluchzen und Weinen hörte, bis endlich die arme Rutland auf Befehl der Königin abgeführt wurde. Schröder ſchloß die Schweſter, die faſt einer Ohn⸗ macht nahe war, in die Arme und war lange unvermögend, ein Wort zu ſprechen; das ganze Theaterperſonal umdrängte ſie; und während noch draußen auf der Bühne das Stück, dem ſie dieſen ſel⸗ tenen Erfolg verſchafft hatte, zu Ende geſpielt wurde, genoß Charlotte bereits im Kreiſe ihrer begeiſterten Kunſtgenoſſen das beſeligende Ge⸗ fühl jener reinen Befriedigung, welches unter allen Umſtänden des wahren Künſtlers einziger und ſchönſter Lohn bleibt.
Wenige Minuten ſpäter rollte der Vorhang nieder, das Stück war ausgeſpielt, mit donnerndem Ruf verlangte das Publikum die Rutland zu ſehen. Zögernd erhob ſich Charlotte aus dem Seſſel, ihr Blick forderte Brockmann auf, ſie zu begleiten. Dieſer aber weigerte ſich entſchieden und ſagte:
Dieſer Abend gehört Ihnen allein, ſolchen Lorbeer theilt man nicht! Lauter und ſtürmiſcher wurde der Zuruf, ſchon ging der Vor⸗ hang in die Höhe, Schröder ſchob das zagende Mädchen ſanft vor die Couliſſe, und wie auf ein Signal drängten ſich das anweſende Theaterperſonal ihr nach auf die Bühne. Bei ihrem Erſcheinen gab es einen ſolchen Sturm des Jubels, daß das ganze Haus erzitterte,— plötzlich, wie durch eine unſichtbare Macht gebannt, tiefes Schweigen! Auf der vorderſten Bank des Parterres, dort, wo gewöhnlich die
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