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wurde. Und doch erklärt ſich dies leicht, wenn man bedenkt, welche Maſſe von Vorurtheilen damals noch auf dieſem Künſtlerſtand laſtete und wie es ihm dadurch faſt unmöglich gemacht war, ſich im bürger⸗ lichen Leben eine geachtete und ehrenhafte Exiſtenz zu erringen. In Hamburg beſonders, wo damals eine orthodoxe Geiſtlichkeit den größten und überwiegendſten Einfluß auf die öffentliche Meinung ausübte, mußte es ſich der Schauſpieler noch kurz vor der Ackermann'ſchen Periode gefallen laſſen, daß man ihm ſeine Rangſtufe in der Geſell⸗ ſchaft dicht hinter Marionettenſpielern, Scheunenkomödianten und Gauklern anwies und ihn ſogar auf den Kanzeln mit Prädikaten wie:„Welſche Walachen und Amadis⸗Syrenen“ beehrte. Es waren eben noch immer die Komödienſpieler von der Fuhlentwiete und man hielt ſelbſt im Allgemeinen noch dann ſtreng auf den Bookesbeutel, d. h. auf die althergebrachten Sitten und Vorurtheile, als ſchon ein beſ⸗ ſerer Geſchmack und gerechtere Würdigung der Kunſt ſich Eingang verſchafften und die Stimme eines Leſſing den Zeloteneifer von Paſtor Götze und Conſorten dämpfte.*
Erſt der Familie Ackermann war es vorbehalten, durch einen exemplariſchen Lebenswandel das Vorurtheil gegen den Schauſpieler⸗ ſtand zu beſiegen und auch im bürgerlichen Leben ſich jene Achtung zuggewinnen, welche man den Kunſtleiſtungen ihrer Bühne in ſo hohem Grade zollte. Die ſittliche Tugend der Töchter, Schröder's muſterhafte Theaterverwaltung und der Mutter wohlgeordneter Haus⸗ ſtand waren bei hinreichendem Vermögen auch in dem ehrbaren Ham⸗ burg allzu weſentliche Beweiſe einer„ſoliden Familie, als daß man ſie hätte überſehen ſollen; und bald öffneten ſich ihnen die vornehm⸗ ſten Kreiſe und gewannen beſonders durch die geſellſchaftlichen Talente und das fein gebildete Weſen der beiden Schweſtern Dorothea und Charlotte neue Glanz⸗ und Anziehungspunkte. Es gehörte zum guten Tone, ſie bei ſich zu ſehen; denn ſelbſt der geldſtolze Patrizier, deſſen Flaggen auf allen Meeren wehten, fühlte, daß durch ihre Anweſenheit der Glanz ſeines Hauſes erſt die rechte Bedeutung gewann; und der unantaſtbare Ruf ihrer jungen Künſtlerſchaft ließ den noch jüngſt ſo mißachteten und übel ertragenen Stand der Schauſpieler plötzlich bei Vielen in einem ganz andern Lichte erſcheinen.
Nach dem Geſagten erklärte ſich das allgemeine Aufſehen, welches


