„Eine heilloſe Mode!“ ſagte Matthiſon.„Daraus kann mit der Zeit ein China werden.“
„Ein China? O Sie täuſchen ſich, Freund! Von die⸗ ſem glücklichen Zuſtand ſind wir noch weit entfernt,“ ver⸗ ſetzte Bürger mit gutem Humor.„Aber nur Geduld! Es wird kommen und Sie erleben's vielleicht, daß man jeden Dichter bis zu ſeinem vierzigſten Jahr unter Curatel ſtellt. Und was die fünfzig Thaler anbelangt, ſo müſſen Sie doch wirklich zugeben,— daß ich ſie als ehrlicher Menſch nicht
annehmen kann? Nicht wahr, ich kann nicht? Die Re⸗ gierung müßte ſich ja ſchämen, wenn ich das thäte? Ich
bitte Sie um Gotteswillen, Matthiſon, gehen Sie zu Heyne und beſchwören Sie ihn, daß er mir das Blutgeld
nicht in's Haus ſchickt. Zwar, meine Caſſe iſt leer, ich habe kaum noch ſo viel Baares, um mir neue Filzſchuhe zu kaufen— aber ein Almoſen, und wenn es mir ſelbſt der
Staat ſchenkte, nehm' ich nicht an.“
„Verdenk's Ihnen, wer's kann,— ich nicht!“ ſprach
Matthiſon erſchüttert.
„Ich weiß beſtimmt, man hat mir ſchon vor mehren
Jahren eine feſte Anſtellung geben wollen,“ fuhr Bürger mit
Ruhe fort, nachdem er ſeine Bewegung niedergekämpft hatte. „Das Miniſterium ſprach einmüthig in der Sitzung den Be⸗
ſchluß aus, mich mit Decret anzuſtellen; der Miniſter ſelbſt äußerte ſich darüber ganz beſtimmt und der Bericht an den Re⸗ genten ſollte ausgefertigt werden. Aber der Herr v. L., mein
Referent im Miniſterium, mit dem ich es ſchon vor Jahr und
Tag verdorben hatte, wollte nicht, daß ich angeſtellt würde;
und da er den Bericht zu machen hatte, ſo ſchob er ihn auf die lange Bank. Der Miniſter, im Drange der Geſchäfte, vergaß meine Angelegenheit und als ihm endlich der Schurke Bericht zur Unterſchrift vorlegte, unter⸗
von Jeſuit den
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