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Es iſt ſo viel liebloſe Härte in dieſer Kritik des edlen Schiller, daß man ſich unmöglich des Verdachtes erwehren kann, er habe dieſen idealen Standpunkt nur erwählt, um von ihm aus den Werth des beliebten Volksdichters in Abrede ſtellen zu können. Doch dem ſey wie ihm wolle, Schiller hat nur dem armen Bürger gegenüber Recht be⸗ halten, und dieſer iſt mit allen dargelegten Mängeln ſei⸗ ner Gedichte nur in ſeinen eignen Augen dadurch um den wohlverdienten Dichterruhm gekommen.
Bürger hatte keineswegs, wie Schiller meint, damals noch die Kraft, dem höchſten Maßſtab der Kunſt genug zu thun? Nach ſolchem Unglück mußte ſelbſt ein weniger har⸗ tes Urtheil aus dem Munde eines Größeren ihm den letz⸗ ten Reſt ſeiner poetiſchen Kraft vernichten, und wenn auch wir mit Bürger einverſtanden ſind, daß er es mit einem Stärkeren zu thun hatte, als er ſelbſt war, ſo können wir doch den Kampf nicht ſchön nennen, in welchem Jener ihn beſiegte. Schiller iſt todt, Bürger iſt todt— Beide leben.
Rührend bleibt es aber, daß Bürger bis an ſein Lebens⸗ ende es tief bereute, Schiller ſo bitter geantwortet zu ha⸗ ben, daß er ſich aus ſeiner„auf ſo guten Grundſätzen be⸗ ruhenden Apathie aufregen ließ und dem Urtheile ſeines Gegners den Prozeß ankündigte.“
„Denn in jener Apathie liegt, däucht mir, eine Würde, deren Gefühl ſüßer iſt, als alle Siege über den Gegner, auch in der gerechteſten Fehde. Dieſe Würde habe ich nun verloren, und der Verluſt geht mir nahe, wie der reinen Unſchuld der erſte Flecken in ihrem weißen Gewande.“
Von Tag zu Tag wich ihm mehr und mehr der Lebens⸗ muth, ein böſer Krampfhuſten ſtellte ſich ein und ſeine Nächte waren ſchlaflos. Er fühlte es dabei immer deutlicher,
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