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Aber alle Die, welche das unglückliche Schwabenmädchen verdammen oder in ihm Dora's rächende Nemeſis erblicken, mögen doch bei Leibe nicht vergeſſen, daß es Bürger zu⸗ erſt war, der, nachdem die Sache bis zum ſcheinbar be⸗ friedigenden Schluß verlaufen, mit dem Auge der Proſa betrachtete, was er ſelbſt mit ſo überaus ſchwärmeriſcher Inbrunſt und Zuverſicht angeſtiftet hatte; mögen na⸗ mentlich nicht vergeſſen, daß der poetiſche Schwabenſtreich eines jungen unbekannten Frauenzimmers aus Stuttgart noch lange nicht einen verſtändigen, erfahrenen Mann in Göttingen berechtigen ſollte, die Wahrheit des Lebens ſo ganz aus dem Auge zu verlieren, und alle geographiſchen und praktiſchen Rückſichten ſo ſehr bei Seite zu ſetzen.
Eliſe kann nicht verdammt werden, wenn ſie einen Mann mit mißtrauiſchen Blicken betrachtete, der, wie Bürger, ſo ſchnell bereit war, die poetiſche Illuſion aufzugeben, und keine andere Nutzanwendung daraus ziehen wollte, als die, welche das Haushaltungsbuch auswies. So mußte ſich das ſchöne große Ideal ihres Herzens von ſelbſt zerſtören, und es liegt wahrlich mehr Wahrheit in den. maßloſen Verirrungen Eliſens, als in Bürger's verſtändigen Nüch⸗ ternheits⸗Tendenzen.
Aber ihn, den vom Schmerz und Weh des Lebens Aus⸗
gehöhlten, hatte ja vielleicht bloß nach einem Schickſale ver⸗
langt, nach etwas Außerordentlichem, Ungewöhnlichem,
weil er nur ſo die Leere ſeines Lebens, die Oede ſeines Herzens wieder ausfüllen zu können glaubte. Es mußte etwas geſchehen, was noch nicht da geweſen, um ſich daran zu ermannen, es mußte der Welt gegenüber, aus der mit Molly die Wahrheit ſeines Daſeyns verſchwunden war,
ein Paradoxon aufgeſtellt werden, das jene erſetzte, oder gar überbot; es mußte ein Zuſtand für ſein Herz erfun⸗
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