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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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Weh! Weh! Die Erbarmungsloſen nahen! Rette Dich in den dämmernden Hain, o Freund! Mich aber laß ver⸗ derben!

Komm,, Friedrich, komm', ſagte eine freundliche Stimme, und ein Mann, der, ſo viel Bürger in ſeinen Mienen leſen konnte, nicht zu den Erbarmungsloſen gehörte, hatte ſie jetzt eingeholt und ergriff ſeinen Begleiter am Arme. Ein anderer Mann trat hinzu und ſagte im ſtrengen Tone des Vorwurfs:Wo willſt Du hin, Friedrich?

Der Angeredete verſtummte und legte ſein Haupt wider des Andern Schulter. Bürger zog den einen der Män⸗ ner auf die Seite und erkundigte ſich mit vieler Theilnahme nach dem Fremden.Er iſt krank und uns liegt die Sorge ob, ihn zu bewachen, erhielt er zur Antwort.

Krank? wiederholte Bürger erſtaunt.

Hier und hier, verſetzte der Fremde ruhig und deutete dabei auf Bruſt und Stirne.Wir hatten ein Feſt und während deſſen entwiſchte er uns.

Lebe wohl und grüße meinen Adamas, rief der Hel⸗ lene, der endlich den mit leiſen Worten gemachten Vorſtel⸗ lungen des freundlichen Wächters Gehör gab. Bürger drückte ihm die Hand und bat ihn in griechiſcher Sprache, nach Hauſe zurückzukehren, indem er ihm auf einen Wink der Männer das Verſprechen gab, ihn jeden Tag in ſeiner ländlichen Wohnung zu beſuchen. Dadurch wurde Jener völlig zufrieden geſtellt, und ließ ſich ohne weiteren Wider⸗ ſpruch von ſeinen Wächtern zurückführen.

O! dieſer Kranke iſt ſehr geſund, ſagte Bürger und hielt ſich den Kopf mit beiden Händen feſt. Ihm war, als erwache er aus einem Traume. Das merkwürdige

Abenteuer mit dem Geiſteskranken, der ſolches elaſſiſche Griechiſch redete und dazwiſchen ſo reines Deutſch, wollte

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