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wider den nächſten Baumſtamm und glaubte drinnen ein Hämmern und Sägen zu hören, wie von geſchäftigen Holz⸗ käfern; leiſe tönte der fallende Regen in dem dürren Schilf, und ſeine Fantaſie belauſchte darin allerhand ſeltſame Stimmen, die ihm in unverſtändlicher Sprache etwas zu⸗ flüſtern wollten; er hörte ein Rauſchen über ſich in den Wolken, wie von Geierflügeln, und als er aufſah, waren's nur die dürren Aeſte des Baumes, die im Winde an ein⸗ ander ſchlugen. An einem ſolchen Abende hatte er einſt, von Appenrode heimkehrend, den relegirten Hahn auf der Landſtraße gefunden und ihn aus der unfreundlichen Irre unter ſein Dach geführt; eben jetzt, da ihm unwillkürlich dieſe Erinnerung kam, dünkte es ihm, als ſchritte durch die Ebene die wohlbekannte Geſtalt des Freundes mit flatterndem Gewand ihm entgegen, ganz mit ſeinem eilen⸗ den Schritt und ſeiner nach vornen gebeugten Haltung des Oberkörpers. Und als er jetzt näher kam, flüchtig an ihm vorübereilen wollte, konnte Bürger nicht anders, er mußte ihn laut bei ſeinem Namen Friedrich rufen; wirklich ſah Jener haſtig um und blieb ſtehen. Erſt jetzt erkannte er die ſeltſame Täuſchung; aber ſchon hatte der Unbekannte auch ihn wahrgenommen und trat näher an, ihn heran.
Lange blickten ſich Beide ſtarr und ſtumm in's Geſicht; Einer ſah, was der Andere ſah: verſtörte Mienen, fremde, bleiche Züge, unheimlich leuchtende Augen. Es war eine ſeltſame Begegnung von zwei Menſchen, deren Augen ſo feſt in einander wurzelten, als hätt' es Einer dem Andern mit der Macht des böſen Blickes angethan. Nach einer langen Pauſe ſagte der Fremde im reinſten Griechiſch, in⸗ dem er wehmüthig den Kopf ſchüttelte:„Du biſt doch nicht Adamas! Aber warum ſuch' ich ihn auch im feindlichen Korinth?“.


