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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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ſchien, was er that und ſagte. Sein ganzes Weſen war in einer beſtändigen fieberhaften Erregung, und Eliſens beſorgte Fragen, ob er ſich unwohl fühle, erwiederte er einigemal in einem ſo kurzen, mürriſchen Ton, daß dieſe ihn betroffen anſah und nicht wußte, wie ſie ſich ſein Be⸗ nehmen erklären ſollte? Endlich, als der Abend herandäm⸗ merte, nahm er unter dem Vorgeben, ſich die Stadt zu beſehen, den Hut und eilte fort. Ohne ein beſtimmtes Ziel, ſchritt er zum Thor hinaus und wandelte zwiſchen

den Gärten hin; bald kam er auf's Feld, und hatte den

Taunus vor ſich. Es war ein trüber melancholiſcher Abend, ein feuchter Wind ſtrich über die Ebene und ein Schauer nach dem andern durchſchüttelte die Natur. Wie Blei lag es ihm auf dem Hirn, alle ſeine Empfindungen waren wie gelähmt, und vergebens ſtrebte er in die Oede ſeines Geiſtes eine klare Vorſtellung deſſen zu bekommen, was ihn quälte und bedrängte.

Ungefähr eine halbe Stunde war er in dieſem ängſt⸗ lichen Zuſtand fortgewandelt, die Nacht kam immer näher, und ein feiner Regen rieſelte leiſe durch die Luft, da ge⸗ dachte er an die Rückkehr in die Stadt. Er athmete tief auf, blickte ſtarr nach dem grauen Himmel und ließ ſich von dem Wind den kalten Regen in's Geſicht jagen. Leiſe flüſterte die Pappel an dem Rande des ſtehenden Waſ⸗ ſers zur Seite des Weges; Alles was ſich um ihn herum in der Natur regte und einen Ton von ſich gab, von dem Rieſeln des Waſſers in der Wagenſpur bis zum triſten Zirpen eines Wieſenvogels, war ſeinen Sinnen unterſcheidbar, und doch jagte alles in ihm durcheinander; doch war ſein Inneres in einer Verwirrung und Aufregung, daß ihm Alles, was von Außen in ihn kam, eben ſo un⸗ verſtändlich blieb, als er ſich ſelbſt. Er preßte ſeine Stirne