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„Sie ſind ein edler Mann, Herr Profeſſor,“ ſagte die wackere Frau;„und von Ihnen bin ich es ſchon überzeugt, daß Sie nichts beginnen werden, worüber Sie ſich nicht vorher Rechenſchaft gegeben haben. Aber ſehen Sie ein⸗ mal hierher,“ ſagte ſie und deutete lächelnd auf Eliſen, welche bedenklich die Mutter anblickte.„Ja, in dieſem kleinen Kopf haben Ihre Gedichte eine große Verwirrung an⸗ gerichtet, und wie ſie von jeher eine Schwärmerin war——
„So will ſie's auch bleiben, Mutter, und fortan den Mann ſchwärmeriſch lieben, den ſie ſo lange ſchwärmeriſch anbetete!“ rief Eliſe und ſtürzte an Bürger's Bruſt.
„Nun hören Sie's ſelbſt,“ ſprach Frau Hahn tief er⸗ griffen, und die Thräne in ihrem Auge war beiden Lieben⸗ den ein ſicherer Vorbote des mütterlichen Segens.
Dieſer wurde ihnen denn auch mit dem frommſten Ge⸗ bete zu Theil, und Eliſe ſagte, indem ſie beide Hände auf Bürger's Schultern legte und ihn lange aus ihren glän⸗ zenden Augen innig anblickte, mit gehobener Stimme:—
„So, Bürger, ſo mußte es ſich erfüllen, wenn ich nicht mein ganzes Leben hätte als verloren betrachten müſſen! Und in dieſer Stunde, die mich ſo glücklich macht, vor den Augen der beſten Mutter gelobe ich Ihnen: Ich will Sie lieben, wie Molly Sie liebte und will ſtreben, ihr ſo ähn⸗ lich zu werden, als man es dieſem himmliſchen Weſen nur werden kann. Und daß es Ihre Trauerlieder um Molly's Tod waren, bei denen ich zuerſt fühlte, daß ich Sie lieben könnte, wie keinen anderen Mann auf Erden, Bürger— mein Bürger, das muß Ihnen beweiſen, wie redlich und treu ich es mit dieſem Verſprechen meine!“—
„Sie verſprechen viel!“ erwiederte Bürger feierlich und drückte ſie mit höchſter Inbrunſt an ſein Herz.


