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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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in dieſem Augenblick in's Zimmer trat, kam alſo freilich zu ſpät.

Mama! Es iſt wirklich ſo, Molly hat recht! rief ſie und warf ſich an ihre Bruſt.Er hat einen recht hãß⸗ lichen Mund, gar nicht zum Anſehen, einen ganz exceſſiv häßlichen Mund, wenn er's auch nicht Wort haben will!

Bürger nahm die Hand der ehrwürdigen Matrone und ſagte gerührt: 3

Laſſen Sie's immer gut ſeyn, theure Mama! Es war ein Roman, aber nun iſt's Wahrheit und die ſchönſte Wahrheit daran iſt, daß wir Jenen nun aufgeben können um getroſt an dieſer feſtzuhalten.

Ach! Was wird die Welt dazu ſagen! erwiederte Frau Hahn, ſchon halb bezwungen.

Die Welt ſagt Vieles, liebſte Mama, was ſie nich verantworten kann! rief Eliſe mit vieler Wärme.

Auch iſt ja die Welt groß, und es läßt ſich Manches hineinſchwatzen! ergänzte Bürger.Gewarnt, treulichſt gewarnt ſind wir ja Beide wohl genug, Eliſe, ſo gut, wie ich; und wenn das ſtrenge Auge der Vernunft auch einige Unbeſonnenheit an unſerer Verbindung entdecken mag, ſo wollen wir uns an die Worte des großen Shakeſpeare's halten, daß zwiſchen Himmel und Erde, und darunter ver⸗ ſteht er doch wohl nur das Herz, Vieles vorgehe, wovon unſere Philoſophen keine Ahnung haben. Ich ſelbſt ſagte mir oft: Es wäre doch die poſſirlichſte Geſchichte von der Welt, wenn aus dem ſonderbaren Scherz noch einmal ein baarer Ernſt würde, und nun es wirklich ſo iſt, nun es mir Eliſe ſagt, daß ſie mich ſo wie ich bin, lieben kann, warum wollten wir da nicht als Stimme des Schickſals betrachten, was uns ſo lange als Stimme des Herzens angenehm war?

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