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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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Sie zuckte beſtändig zuſammen, ſo oft er mit ihr redete, und fühlte ſich zuletzt von allem Erlebten ſo angegriffen und alterirt, daß ſie ſelbſt ihre Mutter erſuchte, mit ihr nach Hauſe zu gehen. Bürger eilte nach Portchaiſen und Frau Hahn lud ihn für den folgenden Morgen zur Cho⸗ colade ein. Fragend blickte er auf Eliſe. Dieſe ergriff ſeine Hand, drückte ſie an das klopfende Herz, wobei ſie ihm lange feſt in das Auge ſchaute und ſagte dann ent⸗ ſchloſſen:„Ja, kommen Sie morgen zu uns; dann werd; ich, ſo Gott will, wieder bei Verſtand ſeyn.“

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Der Zuſtand von Unruhe, Aufregung und Ungewißheit, in welchem ſowohl Bürger in ſeinem Gaſthof, als auch Eliſe in ihrem Manſardenſtübchen die Nacht verging, war erſt verſchwunden, als ſie ſich am andern Morgen wieder gegenüberſtanden, Jedes entſchloſſen, dem Andern beim er⸗ ſten Moment der heutigen Begegnung in's tiefſte Herz zu ſchauen und dieſem Moment die Entſcheidung des ſo wun⸗ derbar aus Menſchenlaune und Himmelsfügung geknüpften Verhältniſſes anheim zu ſtellen.

Eliſe empfing Bürger im einfachen Morgenkleid und der Umſtand, daß ihr Haar noch in Papilloten aufgewickelt war, erſchien ihm als eine günſtige Vorbedeutung. Denkt man ſich hierzu noch die Bläſſe, die einem jungen Frauen⸗ zimmer, das man ſonſt nur blühend zu ſehen gewohnt iſt, † immer reizend läßt, ſo finden wir es verzeihlich, daß Bür⸗ ger ihr mit vielem Feuer die Hand küßte und unwillkür⸗ lich ausrief:„Ja— ſo, Eliſe, ſo werden wir uns bald beſ⸗ ſer kennen lernen!“ „Nun kommen auch Sie einmal an die Sonne!“ erwie⸗