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Eliſe ſaß, die Hand vor den halbgeſchloſſenen Augen, in das Sopha zurückgelehnt, und bemerkte nicht, wie Jemand hereintrat, von dem Fußteppich begünſtigt, ihr leiſe nahte, und eine Zeitlang vor ihr ſtand. Erſt, als eine fremde Stimme„Guten Abend“ zu ihr ſagte, fuhr ſie in die Höhe.
— Er ſtand vor ihr und ſah aus zwei großen, ſchönen Augen lächelnd zu ihr nieder. Mit vor Schrecken und Wonne bebender Stimme ſtammelte ſie:„Bürger!“ und blickte ihn ſtarr, wie in einem Traume an.
Er nickte freundlich mit dem Haupte und ſchien gleich⸗ falls keines Wortes mächtig. Er ſetzte ſich neben ſie, er⸗ griff ihre Hand, küßte dieſelbe und ſagte endlich mit vieler Milde:
„Ja, ich bin's Eliſe; ich bin Bürger, den Sie hierher gerufen haben.“ 4
Sie gerieth abermals in die ſprachloſeſte Verwirrung und zitterte heftig.
„Mein Gott!“ ſtammelte ſie.„Ich hätte nie geglaubt, daß es ſo weit kommen würde.— Noch vorgeſtern ſchrieb ich Ihnen, daß Sie nicht nach Stuttgart kommen ſollten—“
„Natürlich hab' ich dieſen Brief nicht erhalten,“ ſagte Bürger betroffen.
„Gewiß nicht, denn ich ließ ihn nicht abgehen,“ verſetzte ſie zögernd, und drückte das Sacktuch wider den Mund.
Eine lange Pauſe, peinlich für beide Theile, folgte. Er hielt noch immer ihre Hand in der ſeinigen; aber weder*
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drückte er ſie, noch fühlte er einen Druck der ihrigen. Jedes von ihnen fühlte, daß dieſe erſte Begegnung zu wenig vorbereitet, zu plötzlich geſchehen war. Der Ort, die Umgebung, die vielen Menſchen ließen Beider Gemüth nicht zu einer ruhigen Betrachtung kommen, und ſowohl
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