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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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Weiſe über ihre Bedenklichkeit, indem er ſie mit zärt⸗ lichem Tremulo fragte, ob ſie wirklich eine Urſache habe, nicht zu tanzen?*

Sie ſah ihn ruhig an und ſagte leicht:„Die Welt mu⸗ thet mir ſo viele Thorheiten zu, daß ich ihr gerne einmal das Vergnügen gönnen möchte, mich zu errathen. Und Sie, Herr Graf, ſind nun Schuld daran, daß ich doch aus meiner Rolle falle.“.—

In dieſem Augenblick rauſchte die Muſik und Eliſe flog mit dem Grafen im raſcheſten Tanze den Saal hinunter, 1 daß kaum ihr Fuß den Boden berührte und alle Blicke entzückt dem ſchönen Paare folgten. Ihr Antlitz glühte, und hoch auf wallte ihr Buſen, als ſie endlich wieder ruhten. „Ah! Herr Graf, Sie tanzen zu ſchnell!“ ſagte ſie. „Wer wird denn auch ſo raſen? Aber meinethalben! Im⸗ mer zu! Man tanzt ja nur einmal jung, und wer

weiß——“ ſie ſeufzte, lächelte und ſah ihn mit ſchalk⸗

haft ſchmachtenden Blicken an. „Alſo wirklich?“ ſtotterte der Graf überraſcht. Sie wollte ihm eben erwiedern, als ihr Blick zufällig

den Augen eines Mannes begegnete, der wenige Schritte von ihr entfernt nachläſſig an einer Säule lehnte und ſie ſtarr anſah. Er war einfach aber fein gekleidet und hielt einen kleinen, runden Hut in der rechten Hand. Die Linke ruhte nachläſſig in der Weſte. Noch wußte ſie nicht, wie ihr beim Anblick des Unbekannten geſchah, als mehre Herren †. dieſem nahten und durch den Herrn von C. ihm vorgeſtellt wurden. Sie begrüßten ihn ehrfurchtsvoll, und auf aller Mienen war die lebhafteſte Freude und Ueberraſchung zu leſen. Der Fremde ſeinerſeits verneigte ſich ſehr artig, und es war aus ſeinem ganzen Weſen zu errathen, daß