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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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herzkalt, für wortarm, kurz, für einen höchſt werthloſen Stümper.—

... Liebe, aber ungemeine Liebe brächte vielleicht jetzt noch eine volle Wiedergeburt mit mir zu Stande. Sollte ſie aber wohl möglich ſeyn, eine ſo gewaltige Liebe, die es der Mühe werth hielte, ein lange verſtimmt geweſenes In⸗ ſtrument rein umzuſtimmen und mit neuen Saiten zu be⸗ ziehen? Und würde hernach das Inſtrument ihr Mühe und Koſten vergüten?— Ach, ich bin auch im Stande der Geſundheit des Leibes und der Seele nur ein gewöhnlicher Alltags⸗Menſch, wie ſie zu Millionen unter Gottes Himmel herumlaufen! Ich erſtaune, wie ein vernünftiges Publi⸗ kum mich, um einiger guten Verſe willen, für etwas Be⸗ ſonderes halten könne.—

... An meiner Lebensweiſe und an meinen Sitten iſt noch ungleich mehr auszuſetzen. Ich bin kein guter Haus⸗ hälter: nicht, daß ich etwa zur Verſchwendung geneigt wäre; ſondern, weil ich ziemlich unordentlich, nachläſſig, träge und leichtſinnig bin, und weder meines Geldes, noch meiner übrigen Habſeligkeiten ſonderlich achte. Es läßt ſich daher auch kein Menſch bequemer betrügen, als iches Denn, wenn ich den Betrug auch merke, ſo muß es ſchon arg kommen, ehe ich ihn nur zur Sprache bringe, beſon⸗ ders auch darum, weil ich mich Niemanden gern unange⸗ nehm mache. In Eſſen, Trinken und vielen andern Ge⸗ genſtänden des Luxus kann ich mich, ohne daß es mir ſauer wird, ſehr ſparſam behelfen. Etwas weniger vielleicht in der Kleidung, worin ich, wenn es ſeyn kann, wohl etwas mehr, als meines Gleichen, moderniſire.—

... Was indeſſen Lebensweiſe und Sitten betrifft, ſo glaube ich, ein Weib, das ich liebte, könnte mich ohne ſon⸗ derliche Schwierigkeit zu demjenigen machen, wozu ſie mich

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