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greifen, als ihm unter den Papieren, in welche es einge⸗ packt geweſen war, ein verſiegelter Brief, der ſeine Adreſſe trug, in die Augen fiel. Haſtig riß er ihn auf, ſah nach der Unterſchrift und las: Eliſe Hahn.
„Nun ſpricht das Bild!“ ſagte er ſich bebend, und fing an zu leſen. Es war der innigſte, glühendſte, liebevollſte Brief, der ihm, ſelbſt die Briefe ſeiner Molly nicht ausgenommen, zu Geſicht gekommen war, und je weiter er las, je mäch⸗ tiger dieſe Sprache der rührendſten Wahrheit und der tief⸗ ſten Empfindung in ſeiner Seele widerhallte, um ſo unbe⸗ greiflicher wurde ihm der Eindruck, den der Anblick von Eliſens Bild auf ihn gemacht hatte. Noch während er mit immer wachſenderem Erſtaunen, immer größerer Freude dieſe Geſtändniſſe einer liebebegeiſterten Seele las, ſöhnte er ſich mit dem Bilde aus; und als er jetzt an die Stelle kam, wo Eliſe ihm erzählte, wie ſie zum erſtenmal in ih⸗ rem Leben gegen den Willen ihrer Mutter gehandelt, wie ſie ſich hinter deren Rücken in Ehrmann's Hauſe habe malen laſſen,— da konnte er ſich nicht enthalten, von dem Briefe ab einen fragenden Blick auf das böſe Bild zu werfen,— und, o Himmel, wie ſah es ihn jetzt aus die⸗ ſen feurigen, glänzenden Augen an! Hatte ein Traum ihn getäuſcht? Hatte ein Dämon ihn vorhin mit Blindheit ge⸗ ſchlagen? War das, was er nun ſah, oder das, was er vorhin geſehen hatte, Wirklichkeit? Das Bild lächelte ihn an, als hätte er's Jahrelang in ſeiner Seele mit ſich her⸗ umgetragen; die ſchwarzen Locken, das ſchwärmeriſche Auge, der ſüße, reizende Mund, und das dunkle Incarnat auf den braunen Wangen,— er wußte nicht, in welcher Stunde ſeines vergangenen Lebens ſich ſeine Augen wie ſein Herz an dieſes niedliche, braune Mädchen gewöhnt hatten, daß es ihm jetzt vorkam, als ſey ihm das Original dieſes Por⸗


