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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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ſauber gearbeitet, und zuletzt holte er was ſelten ge⸗ ſchah, aus einem tiefen Wandſchrank die goldne ehrwürdige Königskrone von Corſika, ein Meiſterwerk der edlen Papp⸗ kunſt, und ſetzte ſie ſich mit leuchtenden Blicken auf das weiße Haupt.

Hahn, um ihn nicht ſo lange im Carcer allein zu laſ⸗ ſen, fand es bald höchſt befremdend, daß man ihn bereits mehre Tage im„Fuchsbau“ ſitzen ließ, ohne ihn von Seiten des Univerſitätsgerichts zu vernehmen und ſeine Schuld oder Unſchuld an dem nächtlichen Lärmen in der Nicolaiſtraße zu conſtatiren. Ein ſolches Verfahren war allem Herkommen, ja ſelbſt dem Begriff der akademiſchen Freiheit ſo gänzlich zuwider, daß Friedrich Hahn aus Zweibrücken ſich berechtigt glaubte, den Schuldbrief der Menſchheit zu zerreißen und an einem trüben hypochon⸗ driſchen Nachmittag den Entſchluß faßte,„durchzubrennen“, und, wenn auch nicht ſeinem Schickſal, doch wenigſtens der Relegation zu entrinnen. Aber wie dieſes in's Werk ſetzen? Der Fuchsbau lag fünf Stockwerk hoch, und hätte deßhalb eher den Namen„Adlerhorſt“ oder„Krähenneſt,, verdient; man konnte durch das kleine vergitterte Fenſter halb Göttingen aus der Vogelperſpective betrachten, mit⸗ hin war auf dieſem Weg an kein Entrinnen zu denken.

Es blieb nur ein Ausgang, und dieſer war durch die niedrige, runde Thüre, welche jedoch erſt von Außen ge⸗ öffnet werden mußte; und hierzu zeigte ſich wenig Hoffnung.

Hahn blickte mit wilden blitzenden Augen im Gemach umher; es half nichts. Er ballte die Fauſt; es half aber⸗ mals nichts; er warf ſich in ohnmächtigem Grimm auf die hölzerne Pritſche, daß ſie ſeufzte— umſonſt! Sein