noch manchmal an Tunis und Algier den Krieg, rüſtete Galeeren aus und ſchloß mit den reichen Venetianern einen
lorenes Königreich Korſika nicht vergeſſen und erklärte
neuen Handelstractat, wodurch ihm die Schiffahrt in der
Levante auf weitere 20 Jahre geſichert wurde. Sonſt lebte er mit aller Welt in Frieden, nur den Portugieſen traute er nicht. Das war ein ſpitzbübiſches Krämervolk,
das auf allen Meeren herumſchacherte und ihm ſchon viele
Schiffe weggekapert hatte.
Als Bürger in ſeine Stube trat, fand er den„Buchonkel“ mit verſchränkten Armen am Ofen ſitzend, die Füße mit den dicken grauen Filzſchuhen gegen deſſen Thürchen geſtemmt.
Sein Anzug war äußerſt legèr und nachläſſig, man ſah es ihm an, daß er wenig Sorgfalt darauf verwandte, wie
es denn zu den Launen ſeines eigenſinnigen Alters ge⸗
hörte, daß er ein Kleidungsſtück ſo lange trug, bis man
es ihm heimlich wegnahm und es mit einem beſſeren ver⸗
tauſchte. Heute war er in einen verſchabten, blauen Rock
gekleidet, der mit Hülfe einer Kortel und des einzigen ſtandhaften Meſſingknopfes über der Bruſt zuſammengehal⸗ ten war. Unterfutter und Wattirung ſchauten überall neu⸗ gierig heraus und die Aermel glänzten ſpiegelhell von dem
Klei ſter und der Mehlpappe, die ſie überkruſtete. Er trug
kurze, braune, lederne Hoſen, die über den Hüften mit
einem Schnallengurt feſtgehalten und unter den Knieen mit hochrothen Bändern, welche einem Malvolio Ehre ge⸗
macht hätten, zuſammengebunden waren. Seine unterge⸗; ſetzte Geſtalt war durch die Laſt der Jahre noch mehr zu⸗ ſammengedrückt und eine Lähmung der linken Seite gab
ſeinem Oberkörper eine ſchiefe, gebückte Haltung.
Der„Buchonkel“ hielt in Allem große Stücke auf Bür⸗ 4 ger und nannte ihn immer nur ſeinen lieben Amplissimus


