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bittende Worte und jeder noch ſo behutſame Verſuch Dora's, ſie in eine bequemere Lage zu bringen, ließ ihr Erwachen befürchten. Einmal ſagte ſie:„Laß mich doch bei ihm!“ und ſpäter:„Du machſt mir Schatten, Dora.“
Es war nichts zu ändern, und Bürger mußte ruhig auf dem Sopha ſitzen bleiben. Molly's Zuſtand glich völlig dem einer Somnambulen; aber nur, wenn ſie zu Bürger redete, war in ihren Worten Sinn und Klarheit. Dora, die nach dem Arzt geſchickt hatte, kehrte mit ihm in das Zimmer zurück. Er verſicherte, daß dieſer traumhafte, ſchlaftrunkene Zuſtand nichts befürchten laſſe, und nur den natürlichen Uebergang der heftigſten Erſchütterung zu
einem wohlthätigen, ruhigen Schlummer bilden werde.
Und in der That entſchlief Molly allmählig und man
konnte ſie auf das Sopha legen.
Als Bürger endlich ſeiner ſüßen eigenſinnigen Laſt ledig war, ging er hinauf zu dem alten„Buchonkel“, einem Bruder von Dora's und Molly's längſt verſtor⸗ bener Mutter, der ſeit vielen Jahren in dem Hauſe wohnte,
von ſeinem Brode aß und von ſeinen Reben trank.„Buch⸗ onkel“ nannten ihn die Kinder ſeiner Schweſter, weil er beſtändig buchbinderte und pappendeckelte, und ſie ihm gar manches artige Spielzeug abzuſchwatzen wußten.
Onkel Chriſtian war ein altes gutmüthiges Kind, in deſ⸗ ſen dünnem, mit äußerſt ſauberen Silberlocken beſetztem Köpf⸗ chen es wohl ehemals gar wunderlich und romantiſch ge⸗ ſpuckt hatte. Der Schalk in ihm war noch immer rüſtig und der himmelblaue Querſtrich der Ueberſpanntheit, der durch ſeinen Verſtand lief, noch immer nicht ganz erloſchen.
Man traute ihm fortwährend, beſonders zur Zeit der Juliſonne, ein bischen Narrheit zu und war dann gewöhnt, ein achtbares Auge auf ihn zu haben. Er konnte ſein ver⸗


