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Bruder, die ſie mir hätten ſtreitig machen wollen, mit den Zähnen zerriſſen; in meinem Wahnſinn hätt' ich lieber meiner eigenen Glückſeligkeit, als dem Himmel ihres Ge⸗ nuſſes entſagt u. ſ. w.“
Wir werden auf dieſes merkwürdige Selbſtgeſtändniß, das er in einer Zeit und in einer Lage gab, die ihm jede Täuſchung ſeines Herzens unmöglich machte, ſpäter zurück⸗ kommen, und erwähnen ſeiner hier nicht ſowohl, um Be⸗ kanntes zu motiviren, als vielmehr um dem Leſer mit Bür⸗ ger's eigenen Worten den Standpunkt anzugeben, von dem aus die folgenden Ereigniſſe ſeines Lebens zu beurtheilen ſind.
Wer ſo die unabwendbare Entſcheidung ſeines Verhäng⸗ niſſes zur erſten Bedingung ſeiner glücklichen Zukunft hin⸗ ſtellt, der muß entweder wie Ferdinand Cortez, nachdem er ſeine Schiffe am fremden Strand verbrannt hat, eine neue Welt ſich erobern; oder dem Jammer einer Reue er⸗ liegen, die keine Zeit verſöhnt, und kein Heroismus, kein Gebet und kein Fluch— einer Reue, wie ſie der Lebens⸗ müde fühlt, der ſich in's Waſſer geſtürzt hat und im Sinken nach Rettung ſchreit.
Als Bürger auf ſeinem braunen Gäulchen gegen Mittag des andern Tages in den Hof des Niedecker Amthauſes einritt, war es darin ungewöhnlich ſtill und Niemand er⸗ ſchien, ihn zu bewillkommnen. Selbſt Friedrich, der Diener des Hauſes, beeilte ſich nicht, ihm wie ſonſt das Pferd abzunehmen und Bürger mußte es ſelbſt in den Stall füh⸗ ren. Dann trat er in die Hausflur, und auch hier war Alles wie ausgeſtorben; er legte ſein Ohr an die Thüre der Wohnſtube— kein Laut; er ging nach der gegenüber lie⸗ genden Stube, dieſelbe Stille.
„Da ſteht es ſchlimm!“ ſagte er ſich, und trat ohne an⸗
zuklopfen in das Wohnzimmer; es war leer. 4


