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einzigen wahren Bedeutung erfaßt und empfunden, war ja an ſeine Bruſt geſunken, hatte ihn krampfhaft umſchlun⸗ gen, und den Kuß geſucht und gefunden, der das Symbol ihres Liebesbundes ſeyn ſollte.
So corrigirte Bürger den kleinen Sprachfehler in dem Niedecker Kirchenbuch; ſo corrigirte er den groben Verſtoß des Schickſals, und wie vorhin in der grünen Stube, ſo räumte er jetzt in ſeinem Inneren Alles auf, was ihn ſtörte und hinderte, und Scherben und Ruinen kümmerten ihn nicht.
In großer Aufregung ſchritt er durch das Zimmer, und achtete nicht der tief herabgebrannten Kerze, nicht des Flü⸗ ſterns der Tannenbäume vor dem offenen Fenſter. Die Thurmuhr verkündete Mitternacht, er ſah nach den Wol⸗ ken, wie ſie dahin zogen am dämmernden Himmel nach den Bergen, hinter denen Niedeck lag.
Seitdem er verheirathet war, hatte er Molly nicht wieder geſehen und nur wenige flüchzige Zeilen, die er aber unbeant⸗
wortet gelaſſen hatte, waren das einzige Zeichen ihres Lebens
geweſen. Wie vieles hatte ſich nicht ſeit jenem Tage bege⸗ ben, wovon Molly keine Ahnung hatte; wie war ſie, und immer nur ſie während dieſer langen Zeit, die ihm länger dünkte, als ſein ganzes voriges Leben, der einzige Gedanke ſeiner Seele, das einzige Bild ſeiner Träume geweſen?
träumt, wovon ſie keine Ahnung hatte und was doch Alles nur zu ihr und ihrem Beſitz hinſtrebte. „Sie wird mich nicht mehr kennen,“ ſagte er ſich und
ſein Blut ſtockte, als ihn die Frage überraſchte: Und wie wirſt du ſie finden? Wie wirſt du beſtehen vor dieſer rei⸗
nen Seele, vor dieſem Himmel ihrer Augen? Wie willſt
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Was hatte er nicht Alles empfunden, erſehnt und ge⸗


