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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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walte zwiſchen Beiden das ſtillſchweigende Uebereinkommen, 4 2 3

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Kindlinger's einen Hinterhalt befürchtete, ſo wurde der Rückweg durch den Hof angetreten; man überkletterte mehrere Gartenmauern und Jeder fand ſich endlich in ſeinem Numero Sicher. Nur den armenHahnefritz erreichte die ſtrafende Hand der Nemeſis. Denn kaum hatte er ſich zu Bette gelegt und das Licht ausgelöſcht, als die Thüre geöffnet wurde und ſein erbitterter Hauswirth mit dem dicken Ober⸗Pedell Trumm vor ſeinem Lager ſtanden. Letzterer forderte im Namen des Geſetzes, daß er ihm ſogleich folgen ſolle, und obwohl Hahn ſchnarchte wie der ewige Landfrieden, die Liſt half ihn nichts. Er mußte aufſtehen und ſich in die Kleider werfen, wobei er den Schlaftrunkenen ſo trefflich agirte, daß ihm der Ober⸗Pedell gutmüthig die Hoſen an⸗ ziehen half. Dann ſtopfte er ſich eine große bequaſtete Pfeife und folgte dem Mann des Geſetzes. In jener Zeit der duftigen Dämmerung, welche die Griechen die heilige Frühe des Morgens nennen, durchwandelte er ſtumm neben ſeinem ſchweigſamen Begleiter die Straßen Göttingens;

und nur, als das Hofthor des Carcergebäudes von innen

geöffnet wurde und er einſchritt, ſprach er mit Pathos die Dante'ſche Höllen⸗Firma: Lasciate ogni speranza voi ch'entrate. Bald entſchlummerte der wilde Sohn ſeiner Zeit auf der hölzernen Pritſche in Nr. III., auch derFuchsbau genannt.

Bürger und ſeine junge Frau verlebten nun in der Amtswohnung zu Wölmershauſen unter einem ſchadhaften Strohdach ſehr ſtille Flitterwochen, und faſt ſchien es, als

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