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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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athemloſen Begleitern, die ganze Nacht auf den Beinen

geweſen war, gerieth zuletzt in einen Zuſtand von Ver⸗

zückung und redete heiſer, wie ein Irrer. Erſt das Grauen des Morgens verſcheuchte die Geſpenſter und löſte das Räthſel. An jedem Schellenzug hingen nämlich die abge⸗ nagten Ueberreſte eines Schinkenbeins, und während die Studenten in ihren Betten lagen, oder hinter verſchloſſenen Jalouſieen vor Lachen berſten wollten, zerrten ihre Hunde an den geköderten Schellenzügen, liefen davon, ſo oft ſich Menſchen nahten, kehrten zurück, ſobald es wieder ſtille

geworden war. Man bezeichnete auch hier wieder den

verſchlagenenHahnefritz als den Anſtifter dieſer muth⸗ willigen Uebelthat.

Dieſes Ereigniß hatte viel Aufſehen gemacht und die akademiſchen Geſetze gegen jede Art von nächtlicher Stö⸗

rung waren um Vieles geſchärft worden. Um ſo mehr

ſahen ſich die Mitglieder des Hainbundes dem würdigen Michaelis zum Danke verpflichtet, wenn auch ſich geneigt fühlte, ihm dieſen perſönlich morgen Ni abzuſtatten und ſeiner Einladung Folge zu geben. Man packte ſo geräuſchlos als möglich Tiſche und Stühle auf, ſammelte die Trümmer des Schrei t's, Glasſcherben in das Tiſchtuch und kehrte damit auf Hahn's Stube zurück. Als die Lichter wieder angezündet waren, ſah man freilich manches ernſte bedenkliche Antlitz, und eine große Einſilbigkeit war an die Stelle des früheren Tumultes getreten. Nur Voß, bei dem die Excentricität, wenn ſie ihm einmal im Fleiſche ſaß, nicht ſo leicht von den Knochen fiel, wollte ſich nicht beruhigen und machte

mancherlei ausgelaſſene Vorſchläge. Er wurde jedoch von den Freunden überſtimmt und man entſchied ſich zu einem ruhigen ſoliden Nachhauſegehen. Da man von Seiten