26
Der Graf hatte recht geweiſſagt. Hahn, deſſen Vor⸗ name Friedrich ihm unter den Studenten den Annamen „Hahnefritz“ erworben hatte, erwachte ſpät des Morgens im Carcer Nro. III. auch der„„Fuchsbau“ genannt. Der wilde Enthuſiaſt aus Zweibrücken, er, der die Hälfte jener ungünſtigen Anſichten und Vorurtheile, womit Publikum und Profeſſoren, ja ſelbſt das Ausland das Treiben des jungen Dichterbundes betrachtete, auf ſeinem Gewiſſen hatte, hatte in der Nacht, welche auf Bürger's Hochzeitstag folgte, die Mitglieder und Freunde des Hainbundes, zwölf an der Zahl, auf ſeiner Stube um die Punſch⸗Bowle verſam⸗ melt, wo er, als ihn der Weltgeiſt allmählig übermannte und die„Dämonen des Humors“ in ſeiner Bruſt lebendig wurden, den Entſchluß faßte, ſich wie Diogenes alles über⸗ flüſſigen Hausrathes zu entledigen; demzufolge begann er kurzer Hand Tiſche, Stühle, Schreibpult und Colleg⸗ hefte aus dem Fenſter auf die Gaſſe zu werfen, und die Freunde trugen ihm treulich zu, was nicht niet⸗ und nagelfeſt war. Schon ſchleppte Voß, deſſen märkiſch Blut in Wallung gekommen war, den alten ächzenden Kleider⸗ ſchrank herbei, um ihn gleichfalls„den Weg alles Holzes“ gehen zu heißen, als es den Vorſtellungen Hölty's gelang, dieſen letzten Polter von der friedlichen Nicolaiſtraße abzu⸗ wenden. Er that den Vorſchlag, man ſolle, da die Nacht niild und freundlich, unter dem ſternhellen Himmel auf offener Straße das Gelage fortſetzen Das war den heißen Schwin⸗ delköpfen Waſſer auf die Mühle! Mit brennenden Lichtern, Flaſchen und Gläſern eilten die jungen Poeten auf die
Straße, ſammelten das zertrümmerte Inventar der Hahni⸗
ſchen Genialität, arrangirten in der Mitte der Straße, ge⸗
rade der Wohnung des Profeſſors Michaelis gegenüber, ſo


