Wie ein Schrecken ohne Ende traf es Bürger. Seine Kniee zitterten, die Kerzen flimmerten ihm dunkel vor den Augen und der alte Prieſter mit ſeinem ſchwarzen Ornat und den weißen dünnen Locken erſchien ihm wie das Ge⸗ ſicht ſeiner Vernichtung. Er wagte nicht, nach Molly hin⸗ überzuſehen und doch ſtanden ſeine Augenſterne feſt und regungslos auf ſie gerichtet. Wie Blei lag es ihm auf Hirn und Zunge, alle Organe ſeiner Empfindung erſtarben
und der Wahnſinn griff mit ſpitzen krampfhaften Fingern in die thränenloſe entſetzliche Angſt ſeiner Seele. Kaum vermochte er ſich noch auf den Füßen zu erhalten. Die Pauſe wurde peinlich. Alles ſchaute auf den blaſ⸗ ſen ſtummen Bräutigam, Boie der ihm zur Seite ſtand, räusperte ſich, Dora lehnte leiſe an ihn, ſah betroffen zu ihm auf und folgte dem Blick ſeiner Augen. Der Prieſter wiederholte die Frage, lauter und auffor⸗ dernder, ſichtbar ſchrack Bürger zuſammen; eine dunkle Gluth flammte über ſein Antlitz und wich der Todtenbläſſe, krampf⸗ haft zuckten die Muskeln ſeiner Wimpern und Wangen und wie feurige Kohlen lagen ihm die Augen im Kopfe. „Ja!“ ſtammelte er endlich kaum hörbar, und„ja“ ſagte auch Dora, der Prieſter legte ſegnend ihre Hände in ein⸗ ander, Beide waren kalt wie Eis—„was Gott zuſam⸗ mengefügt hat, ſoll der Menſch nicht ſcheiden!“ ſprach er mit feierlichem Accent, die Trauung war vollzogen— „Amen!“ klang es in Bürger's Seele, wie das Echo aus dem Grabe ſeines Lebens, und begleitet von dem maje⸗ ſtätiſchen Choral:„O Ewigkeit, du Donnerwort“ verließ er an Doras Arm die Kirche.—


