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„Ja, gib ihm den Arm, Dora!“ rief Bürger, über⸗ mannt von ſeinem Gefühle und große Thränen ſtürzten über ſeine Wangen.„Er war mein Engel in vielen böſen Stunden, und oft hat er den Wankenden geſtützt, den Ge⸗ ſunkenen aufgerichtet!“
„Und ich nehme Dich!“ rief eine liebe traute Stimme, wie die Ueberzeugung ſelber; und ihm entgegen eilte Molly, weiß gekleidet, mit wallenden Locken, und vor der hellen ſel'gen Zuverſicht in Blick und Miene, mit wel⸗ cher ſie der Gewährung ihrer Bitte entgegenſah, kam kein Widerſpruch auf. Wie in einem Traume nickte er ihr mit dem Haupt Gewährung, ergriff er ihre Hand,— wie in einem Traume wandelte er an ihrer Seite zur Thüre hinaus,— wohin ihn die Glocken riefen. Die übrigen Gäſte folgten.
So ging der hochzeitliche Zug durch die gaffende Volks⸗ menge nach der Kirche, deren Thüre feſtlich mit grünen Zweigen geſchmückt war. An der Kirchhofsmauer empfing die Nahenden ein feierlicher Geſang der Schuljugend und in den Gärten hinter den Häuſern ſchoſſen die jungen Bauernburſche aus verroſteten Flinten dem Brautpaare „die Ehe an.“—
Die Morgenſonne lugte freundlich durch die runden Scheiben in das Innere der Kirche; ein zitternder Strahl ſpielte in farbigem Prisma mit dem Rauſchgold und den Glasperlen der vergilbten Fichtenkränze und Todtenkronen, welche die trauernde Liebe zum Gedächtniß derjenigen hier aufgehängt hatte, deren Gräber man durch das Fenſter im Chor erblicken konnte.
Von den Tönen der Orgel begrüßt, nahten ſie ſich dem blumengeſchmückten Altar, an welchem der ehrwürdige Pre⸗ diger im Amtsornate ſtand, die Agende in den gefaltenen


