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Bürger : ein deutsches Dichterleben / Roman von Otto Müller
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Aber wo ſteckt denn die kleine Molly? fragte der Graf Boien leiſe.Bürger hat ſie doch nicht etwa mit der übrigen Ausſtattung der Braut nach Wölmershauſen vorausgeſchickt?

Pſt! Pſt! bedeutete ihn Boie mit geheimnißvoller Miene.Malen Sie den Teufel nicht an die Wand.

Was habt Ihr? fragte Bürger, der ihr leiſes Ge⸗ ſpräch bemerkt hatte und eben neugierig hinzutrat.

Der Graf vermißt zu allem Ueberfluß Deine Schwä⸗ gerin, flüſterte ihm Boie lächelnd in's Ohr.

Bürger wechſelte einen Augenblick die Farbe, faßte ſich aber ſchnell und erwiederte mit gutem Humor:

Sie iſt in der Küche, und will Eure engliſche Gour⸗ mandiſe u. A. mit einem wilden Schweinskopf regaliren, zu dem ſie eigends eine neue Trüffel⸗Sauge erfunden hat.

Gott ſey bei uns, wenn ſolche Genies zum Kochlöffel greifen! rief der Graf in komiſcher Verzweiflung.

Bürger verſetzte lächlend:

Sie ſollen Ihr noch heute dieſen Unglauben aufrichtig abbitten; und was den Champagner⸗Korb anbelangt, den uns Ihre Liberalität geſtern aus Göttingen herüber ge⸗ ſchickt hat, ſo will Molly dafür Sorge tragen, daß er mit den Reſten unſeres Hochzeitſchmauſes bepackt, Morgen nach Göttingen zurückgeſchickt wird, damit ſich der geſammte Hainbund an ſeinem Inhalt gegen die Leipziger Kritiker unſeres diesjährigen Muſenalmanachs ſtärken und wieder zu Kräften kommen kann.

Wohlgethan! rief Boie;und ſtranden wir an dieſer

Klippe, ſo fiſchen wir doch wenigſtens einen halben wel⸗ ſchen Hahn oder eine brave Hammelskeule unter den

Schiffstrümmern auf! Der Graf ſagte: