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dem milden ernſten Ausdruck ihrer Mienen ſtimmte. Und wie das Morgenroth, noch eh' es ſichtbar wird, dann und wann roſig die webende Dämmerung durchfunkelt, als wolle es ungeſehen die nächtliche Erde in ihren Träumen belau⸗ ſchen, ſo überhauchte Dora's Antlitz ein flüchtiger Purpur, als die Gäſte ſie umringten und einen ganzen Muſen⸗Al⸗ manach von Glückwünſchen und Hochzeitſprüchen über ſie ausſchütteten. Da ſetzte es denn, beſonders von Seiten der älteren Herrn mitunter ſehr erbauliche Redensarten ab, ſtämmig wie die Eichen Germanias und derb wie die Fauſt, die ſie der hocherröthenden Braut mit biederem Druck bekräftigte. Denn man lebte noch in der guten al⸗ ten Zeit der langen kölniſchen Thonpfeifen und der großen Pompadour⸗Fächer, und ein Späßchen in Ehren, wenn's nur gehörig belacht und bebauchſchüttelt wurde, war einem alten Knaſterbart, ſelbſt dem ſchönen Geſchlecht gegenüber, wohl geſtattet. Eine Braut zumal, an ihrem Hochzeitstage war dann vor keiner Laune, keiner noch ſo gepfefferten Stichelei ſicher und wie geſpreizt und chineſiſch auch die damaligen ſocialen Verhältniſſe, beſonders in den höheren Ständen nach Außen hin conſtruirt waren, wie tyranniſch auch der ſogenante bon ton auf der Geſellſchaft laſtete— der moraliſche Puder, mit welchem Frankreich deutſchen Sinn und deutſche Sitte überklei't hatte, wurde wacker ausgeklopft und auch in dem geſellſchaftlichen Leben traten die Gegenſätze der Zeit, wie ſie zum Theil, beſonders von Seiten einer jüngeren, ſich immer mehr geltend machenden Generation in der Litera⸗ tur forgirt wurden, zum Theil aber auch naturgemäß ſich entwickelt hatten— einander ſchroff und feindlich gegenüber.—
Endlich hatten Dora und Bürger ſämmtliche Gratula⸗ ionen, dürre und ſchwülſtige, gereimte und ungereimte
cklich überſtanden und auch die Gäſte athmeten freier.
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